Burgen Korn & Appelkorn Highball

Über das Unternehmen „Burgen Drinks“ des Unternehmers Kai Hofmann, welches in der Schlitzer Korn- und Edelobstbrennerei seine Burgen Spirituosen herstellen lässt, habe ich bereits vor einigen Monaten im Zuge meines Artikels über den Burgen Gin und den fruchtigen „Smooth & Green“ berichtet. Insofern bedarf es heute keiner großen, einleitenden Worte mehr, um eine weitere Flasche aus dieser Reihe zu rezensieren. (zugesandtes Testprodukt)*

Heute geht es um den Burgen Korn, welcher natürlich insofern neugierig macht, als dass man erwarten darf, hier einen Brand anzutreffen, der einen ureigenen Fachbereich der Schlitzer Korn- und Edelobstbrennerei repräsentiert. Über die Gattung Korn an sich habe ich ebenfalls schon einmal in der Vergangenheit einen kurzen Abriss präsentiert – und zwar im Zusammenhang meines Artikels über den spannend innovativen Vollkorn by Eugen Schmidt & Söhne. Also gehe ich heute ohne große Umschweife direkt in medias res und schaue mir die Flasche genauer an.

Im bereits vom Burgen Gin bekannten Design kommt der Burgen Gin mit einer Trinkstärke von 38% vol. daher und weist in der Flasche eine gold-gelbliche Farbe auf, die ein wenig an klaren Apfelsaft erinnert (interessanterweise wirkt die Farbe im Glas später tatsächlich um einiges blasser). Es handelt sich um einen Verschnitt verschiedener Weizenkornbrände, die sowohl in französischen Limousineichen- und deutschen Akazienholzfässern reifen durften (letztere wurden zum „Finishen“ verwendet). Kostenpunkt einer 0,5l-Flasche ist ungefähr 35 bis 40 Euro. Aber wie schmeckt der Burgen Korn?

Tasting Notes:

Aroma: Relativ mild mit fast milchigen Assoziationen, insgesamt aber sehr dezent und zurückhaltend, erinnert mich in Arombenbild und Intensität am ehesten an einen Wodka (inwiefern das ein positives Urteil ist, muss jeder selbst für sich entscheiden). Getreidenoten sind von Anfang an zugegen, auch etwas geschlagenes Apfelholz kann ich finden, dazu eine Zitrusnote. Besonders ausgeprägt oder intensiv – auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – ist das Aroma des Burgen Korn allerdings nicht.

Geschmack: nach wie vor mild und angenehm weich tritt der Burgen Korn mit einem fast schon cremigen Mundgefühl an. Ich muss an Büffelgraswodka denken, dann an ganz subtiles Karamell, Getreidecerealien und wieder Äpfel mit einem holzigen Einschlag. Aber auch geschmacklich haben wir es hier eher mit einer eher auf der subtilen Seite beheimateten Spirituose zu tun.

Abgang: eher kurz mit Zitrusfrische und etwas Gras

Tja, der Einsatz in Cocktails will hier wohl überlegt sein. Der Burgen Korn ist nicht wirklich eine Rampensau und wird es daher in vielen Drinks schwer haben. Ein ähnlicher Einsatz wie der eines Wodkas liegt natürlich nahe, aber wirft gleichsam die Frage auf, warum man dann nicht auch einen Wodka wählen sollte. Entscheidend ist hier das Kriterium, noch Raum für Eigengeschmack zu lassen, der dem Cocktail einen Mehrwert verleiht. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf habe ich mich an einen Highball gewagt, der nicht zu süß daherkommt, dafür aber die Stärken des Burgen Korn betonen soll. Klarer Apfelsaft und Supasawa als Säurequelle dienen hier zum einen einem optischen Zweck, machen es aber dem Burgen Korn auch etwas leichter, seinen Charakter zu zeigen, als ein satter, trüber Apfelsaft dies könnte oder eine genuin aus der Frucht stammende Säure. Frei nach dem berühmten Gassenhauer habe ich den Drink einfach „Appelkorn Highball“ genannt. Auch wenn ich hier persönlich kein Bier zu empfehlen würde. Schalalalala kann man aber gerne nach dem ersten Schluck singen, wenn man denn möchte.

Rezept „Appelkorn Highball“:

5 cl Burgen Korn
2 cl klarer Apfelsaft
1,5 cl Supasawa
0,5 cl Zuckersirup
2 Dashes Angostura Bitters
Sodawasser

Zubereitung: Der Drink wird im Glas gebaut. Alle Zutaten bis auf das Sodawasser ins mit frischem Eis gefüllte Glas geben und umrühren. Schließlich mit Sodawasser aufgießen.

Glas: Longdrink / Highball

Garnitur: gedörrte Apfelscheibe, etwas Minze

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online, z.B. bei Conalco.

*Die Flasche für dieses Review wurde mir von der Conalco Spirituosen UG zur Verfügung gestellt. Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet jedoch nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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