Mr. Black Cold Brew Coffee Liqueur & Trinidad Cocktail

Kaffeeliköre sind tatsächlich ein echtes Phänomen (für mich sogar gleich in mehrfacher Hinsicht)! Allgemein kann man fraglos konstatieren, dass sie ein festes Element hinter jeder Bar geworden sind und kaum jemand, der wirklich eine ernstzunehmende Sammlung an Barzutaten anlegen möchte, kommt noch um einen Kaffeelikör herum. Bedenkt man diesen Umstand, ist es umso verwunderlicher, dass eben meist nur wenige Marken in diesem Zuge Erwähnung finden, allen voran der wohl v.a. durch den White Russian bekannte Kahlua aus Mexiko. Doch auch im Segment der Kaffeeliköre ist die Welt längst in Bewegung geraten. (zugesandtes Testprodukt)*

Persönlich schätze ich einen guten Kaffeelikör ohnehin, da er eine willkommene Gelegenheit für mich ist, mich an Kaffeegeschmack zu erfreuen. Denn ich zähle zur wohl eher seltenen Spezies derer, die gerne Kaffee mögen, ihn aber so gut wie nie trinken. Das hat bei mir schlicht den Grund, dass ich Kaffee leider oftmals nicht besonders gut vertrage. Cold Brew bzw. Cold Drip-Kaffees machen für mich schon einen großen Unterschied, da ich mit ihnen i.d.R. besser zurechtkomme, dennoch trinke ich sie schlicht nicht so oft, wie ich gerne würde. Aber das ist auch nur eine persönliche Anmerkung. Im Feld der Kaffeeliköre habe ich selbst lange Zeit standardmäßig zu Kahlua gegriffen, manches mal auch zu exotischeren Vertretern (so habe ich hier und hier bspw. mal einen galicischen Kaffeelikör aus dem Nordwesten Spaniens eingesetzt). Doch in letzter Zeit führt kaum noch ein Weg an einem Namen vorbei: Mr. Black!

Wenn man sich unter Cocktailnerds über Kaffeeliköre austauscht, fällt der Name Mr. Black Cold Brew Coffee Liqueur tatsächlich regelmäßig. Selbst bin ich z.B. gern und häufig in der Facebookgruppe „Cocktails und Barkultur“ aktiv, wo u.a. auch Florian, einer der Gruppengründer und Administratoren, seit einiger Zeit den wirklich sehr empfehlenswerten Youtube-Channel Kultivierte Tresenwesen betreibt und mich sogar jüngst in einem Video zum White Russian erwähnt hat, in dem auch der Mr. Black vorkam. Es wird also wirklich allerhöchste Zeit, auch hier einmal den Mr. Black Cold Brew Coffee Liqueur auf Herz und Nieren zu prüfen – und genau das will ich heute tun.

Der Mr. Black Cold Brew Coffee Liqueur stammt aus Australien und rühmt sich selbst sehr selbstbewusst, the world’s best coffee liqueur zu sein. Seine Besonderheit liegt dabei vor allem im Herstellungsverfahren und der Komposition der Zutaten. Er basiert auf Kaffeebohnen, welche in der Rösterei und Brennerei in Erina (ein Vorort an der australischen Ostküste, nördlich von Sydney) zunächst eigenständig geröstet werden. Es handelt sich dabei um 100% Arabica-Kaffeebohnen aus Äthiopien, Kolumbien und Papua Neuguinea. Schließlich stellt man aus den Bohnen im Cold Brew-Verfahren Kaffee her und vermählt diesen mit einem australischen Weizenwodka und etwas Rohrzucker. Hierbei ist allerdings zu erwähnen, dass der Zuckergehalt deutlich schwächer ausfällt als bei vergleichbaren Kaffeelikören. Auch die Menge an enthaltenem Kaffee ist bis zu zehnmal so hoch. Mit immerhin 23% vol. (zum Vergleich enthält Kahlua 20% vol.) kommt der Mr. Black Coffee Liqueur dann schließlich in die Flaschen.

Auf dem Papier klingt das natürlich wirklich ansprechend, Zeit also, das auch im Tasting zu überprüfen.

Tasting Notes:

Aroma: Tatsächlich hätte ich hier blind niemals mit einem Kaffeelikör gerechnet, sondern schlicht auf einen Kaffee getippt. Und das will etwas heißen, denn das würde ich so über keinen mir bisher bekannten Kaffeelikör so sagen. Es finden sich schöne, tiefe Röstnoten mit einer feinen bitter-fruchtigen Unternote, die entfernt an Johannisbeeren und dunkle Kirschen denken lässt. Dazu sind Noten von Bitterschokolade, Vanille und etwas Karamell erkennbar, gefällt mir ausgesprochen gut!

Geschmack: Oh ja, das ist wirklich etwas Tolles hier im Glas! Ein leicht gesüßter Espresso, dazu ein angenehm eingebundener, alkoholischer Körper, der den Kaffeenuancen ganz wunderbar als Vehikel dient und sie noch einmal weiter nach vorne trägt. Fast meint man, die Crema eines Espressos am Gaumen zu schmecken, wieder sind es Röstnoten, dunkle Schokolade und eine Nuance Vanille, die das Herz des Likörs ausmachen. Die fruchtigen Noten finde ich am Gaumen kaum noch, was aber nicht weiter stört, da hier schlicht ein authentisches Kaffeeerlebnis im Mittelpunkt steht. Auch wenn ich nicht in weltbeste Superlative mit einstimmen will, so ist das doch fraglos der beste Kaffeelikör, den ich bisher getrunken habe.

Abgang: mittellang mit leicht fruchtiger Bittere

Ein von mir sehr geschätzter, aber längst nicht im Bekanntheitsgrad mit dem White Russian vergleichbarer Cocktail, in dem Kaffeelikör eine entscheidende Rolle spielt, ist der Trinidad Cocktail, von dem ich leider nur weiß, dass er aus dem Counter Intuitive in Scottsdale, Arizona stammt, nicht aber, wie der Name der Erfinderin oder des Erfinders lautet. Diese wunderbare Mischung aus einem gereifen Trinidad-Rum (ich habe mich hier für einen Plantation  Single Cask Trinidad 1997 mit einem Kilchoman-Fass-Finish entschieden), Kaffeelikör, Orange Curacao und Creme de Cacao ist wirklich ein sehr aromatisch ausgewogener Drink. Im Original werden Curacao (ich verwende den Pierre Ferrand Dry Curacao), Kaffeelikör und Creme de Cacao (hier habe ich die eigentlich dunkle Creme de Cacao durch den wundervollen Dutch Cacao ersetzt) zu jeweils 1,5 cl verwendet. Ich habe den Curacaoanteil etwas reduziert und den Anteil an Mr. Black leicht erhöht. Das Ergebnis gefällt mir schlicht besser.

Rezept „Trinidad Cocktail“:

6 cl gereifter Trinidad Rum (z.B. Plantation Single Cask Trinidad 1997)
2 cl Mr. Black Cold Brew Coffee Liqueur
1,5 cl Dutch Cacao White Crème de Cacao
1 cl Pierre Ferrand Dry Curacao

1,5 cl Schlagsane (s.u.)

Zubereitung: Alle Zutaten außer der Schlagsahne in einem Rührglas auf Eis kalt rühren. Die Sahne mit einem Milchaufschäumer leicht anschlagen (sie sollte dickflüssig, aber nicht steif werden). Den Drink ins vorgekühlte Glas abseihen und mit leicht geschlagener Sahne floaten.

Glas: Goblet oder Coupette

Garnitur: Zimtstange

Bezugsquellen: Der exklusive Vertrieb für den Mr. Black Cold Brew Coffee Liqueur liegt in Deutschland bei Tastillery.

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

One thought on “Mr. Black Cold Brew Coffee Liqueur & Trinidad Cocktail

  1. Pingback: Starward Two Fold & Robby goes to Sydney - Galumbi Starward Two Fold & Robby goes to Sydney

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.