La Escondida Mezcal & der “Descubrimiento”

La Escondida: das Verborgene oder das Versteckte – das ist doch mal ein Name für eine Spirituose, der direkt neugierig auf mehr macht! Fast hätte ich geschrieben, dass er auch Lust auf Meer macht, denn auf dem Etikett dieser Flasche prangt eine Meerjungfrau, deren Gesicht stark an die Ästhetik des Día de Muertos erinnert: eine Hand in die Hüfte gestemmt, hält sie in der ausgestreckten anderen eine Copita voller Mezcal. (zugesandtes Testprodukt)*

Und damit sind wir dann auch schon mittendrin in der Materie, denn beim La Escondida handelt es sich in der Tat um einen Mezcal. Einen 100%-Agave Blanco-Mezcal Artesanal (also einen handwerklich hergestellten), wie bereits das Etikett der Flasche weiterhin verrät (für einen kurzen Abriss darüber, was Mezcal ist und wie er hergestellt wird, sei ein Blick in meinen Artikel über die Miel de Tierra Mezcals empfohlen). Was also kann es sein, dass vom La Escondida verborgen wird? Die weiteren Hintergründe des Produktionsprozesses sind es jedenfalls nicht, denn diese werden vom Hersteller durchaus bereitwillig genannt:

Grundprodukt ist bei diesem Mezcal die in der Mezcalherstellung überaus beliebte Agavenart Espadin (Agave Angustifolia), wie auch einem kleinen Siegel seitlich auf dem Vorderetikett zu entnehmen ist. Hergestellt wird der La Escondida im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca, welcher gemeinhin als das Herz der Mezcalproduktion gilt. Apropos Herz: Nach einer Wachstumsphase von sieben bis zehn Jahren werden die Agavenherzen (Piñas) aus den geernteten Pflanzen für drei bis fünf Tage geröstet und schließlich auf traditionelle Weise mit einem von Pferden angetriebenen Steinmahlrad (Tahona) gemahlen. Schließlich folgt die Fermentation mit Hilfe von Hefen und schlussendlich brennt man den La Escondida zweimal auf Kupfer-Alambic-Destillierapparaten. Ohne weitere Reifung wird dann bereits abgefüllt – und zwar mit 40% vol.

So weit, so gut, bleibt also noch immer die Frage, was das verborgene oder versteckte Element in diesem Mezcal ist? Die einzig plausible Lösung muss wohl der einzigartige Geschmack sein, was wohl auch der Marketinggedanke hinter dem Namen ist (den ich nichtsdestotrotz persönlich sehr gelungen finde).

Tasting Notes:

Aroma: Der Ersteindruck offenbart einen zunächst recht typischen Oaxacamezcal im Glas. Rauch steigt sofort auf und verbindet sich dann mit weiteren, subtileren Noten. Sehr schön kommt hier ein voller Honig zur Geltung, was bei einem Mezcal nicht unbedingt zu erwarten ist, auch finde ich Assoziationen von Beerennoten, weißem Pfeffer (den finde ich hingegen fast immer in einem Mezcal) und einen kräutrigen Aromenhintergrund.

Geschmack: Würzig und durchaus kraftvoll kommt der La Escondida daher, kräutrige Töne sind am Gaumen etwas präsenter, vor allem aber ein schöner und gut eingebundener Rauch. Ebenfalls ist der Honig mit von der Partie und die Beerennoten machen sich wieder bemerkbar. Besonders Himbeeren kommen mir in den Sinn, aber auch etwas Stachelbeere meine ich auszumachen.

Abgang: lang und würzig mit aromatischem Rauch. Ein wirklich schöner und gelungener Mezcal!

Im Grunde kam mir die Idee zum heutigen Cocktail direkt bei der Verkostung: Ich wollte einfach die feinen Beerennoten aufgreifen und hierauf aufbauend einen Drink konzipieren, der ohne viel Geschnörkel daherkommt und einfach herzustellen ist! Ohne mich groß selbst beweihräuchern zu wollen, muss ich doch gestehen, dass ich ganz angetan bin von diesem Drink und entsprechend gerne stelle ich das Rezept hier vor. Genannt habe ich den Drink „Descubrimiento“, was soviel wie Entdeckung oder Enthüllung bedeutet. Denn zum einen passt es zum Namen des Mezcals, zum anderen ist die eigentliche Entdeckung während dieses Tastings für mich dieser sehr schön harmonierende Drink gewesen. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um eine Variante des Old Fashioneds, allerdings mit Mezcal als Basis und einem schönen Himbeergeist bzw. Himbeer-Eau de Vie (ich habe das F. Meyer Eau-de-Vie de Framboise verwendet). Hinzu kommt ein kleiner Dash By the Dutch Ginger Bitters (im Zweifel durch einen Spritzer Peychauds ersetzen).

Rezept: „Descubrimiento“:

6 cl La Escondida Mezcal
2 cl Himbeergeist (z.B. F. Meyer Eau-de-Vie de Framboise)
2 Barlöffel Zuckersirup
1 Dash By the Dutch Ginger Bitters

Zubereitung: Alle Zutaten im mit Eiswürfeln gefüllten Glas verrühren, fertig.

Glas: Tumbler

Garnitur: Himbeere und gestoßener Rosa Pfeffer

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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