Magnífica de Faria Cachaça & der Apotekose Cocktail

So, es ist endlich mal wieder soweit und ich widme mich einem Thema, dem ich mich schon länger einmal wieder widmen wollte: es geht um Cachaça! Der „brasilianische Rum“, der nunmal kein Rum ist (wenn er auch nicht so weit entfernt davon ist), erfreut sich auch zu meiner großen Zufriedenheit zunehmend auch einer gewissen Beliebtheit in Europa und letztlich auch in Deutschland. Aber natürlich ist hier noch sehr viel Luft nach oben, denn meist ist es dann doch noch immer der alte Platzhirsch Pitú, welcher im Spirituosensortiment der meisten Bars zu finden ist (was ihn quasi zum Pendant des berühmten Tequilas mit dem roten Plastikhütchen in seinem Segment macht). Wenn ich mit meinem Artikel dazu beitragen kann, dass sich das noch weiter verändert, umso besser. (zugesandtes Testprodukt)*

Den Anfang möchte ich heute mit dem Magnífica de Faria Cachaça machen (den Anfang deshalb, weil ich noch weitere Artikel über Vertreter der Cachaça-Kategorie in den nächsten Wochen plane). Aber bevor ich es vergesse, möchte ich auch noch einmal auf meinen Artikel über den Yaguara Cachaça verweisen, in welchem ich auch kurz erklärt habe, was Cachaça überhaupt ist und inwiefern er sich von Rum unterscheidet. Wer also überhaupt keine Vorstellung hat, womit er es bei dieser Kategorie zu tun hat, sollte dort kurz Informationen einholen. Für alle anderen geht es hier direkt mit dem Magnífica de Faria weiter.

Dieser stammt aus dem brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro (auch wenn vielleicht nicht jeder weiß, dass das auch ein Bundesstaat ist, so ist es wohl trotzdem gleichzeitig der bekannteste Bundesstaat des Landes). Manchmal liest oder hört man über den Magnífica de Faria, er sei ein ungereifter Cachaça, doch das stimmt nicht. Auch möchte ich direkt darauf hinweisen, dass unter dem gleichen Namen eine Version mit 40% vol. und eine mit 45% vol. existiert. Ich kann mich heute dankenswerterweise der höherprozentigen Version widmen, was natürlich auch mehr Aromen verspricht.

Hergestellt wird der Magnífica de Faria aus mit Naturhefen fermentiertem Zuckerrohrsaft, welcher zuvor aus handgeerntetem Zuckerrohr herausgepresst wurde. Nach der Destillation in Kupferbrennblasen erfolgt eine mindestens zweijährige Lagerung in Ipé-Holzfässern (ein südamerikanisches Lapacho-Holz), die dem Magnífica de Faria Cachaça auch eine leichte Färbung mitgeben. Mit einem Preis leicht oberhalb von 20 Euro ist dieser Cachaça auch nicht wirklich teuer. Aber wie schmeckt er denn nun?

Tasting Notes:

Aroma: Ja, ein sehr schönes, sattes Zuckerrohraroma mit süßlichen Assoziationen, das einem hier entgegenströmt. Ähnlichkeiten zu manch ungereiftem Rhum Agricole oder auch Clairin sind hier wenig verwunderlich. Die Nase zeigt grünlich-holzige Noten, Anklängen von frisch gemähtem Gras, dahinter ein wenig Mango und Banane und eine subtile, kräutrige Note von Kamille. Mit der Zeit vernehme ich zudem Ananasrinde. Gefällt mir ausgesprochen gut!

Geschmack: Trotz der 45% vol. relativ mild, dabei überraschend würzig mit holzigen Noten, Kräutern und weißem Pfeffer. Hier finde ich Noten von Heu (erinnert mich zwischenzeitig fast ein wenig an einen Heu-Geist), frisch geschnittenen Champignons, Zuckerrohr, Kamille und Zitrone.

Abgang: mittellang, überraschend trocken

Natürlich denkt man bei einem Cachaça sofort an die Caipirinha, ob nun in der „normalen“ Variante oder als Highball. Dass Cachaça aber mehr kann, möchte ich heute mit einem Drink zeigen, der ganz nach meinem Geschmack ausfällt. Wie viele Leser sicherlich wissen, bin ich ein großer Fan von all-alcohol drinks, da Sie oft einfach die Basisspirituosen viel besser in Szene setzen und ihnen Raum zur Charakterentfaltung lassen. So ist das auch beim Drink mit dem Namen Apotekose des brasilianischen Bartenders Thiago Ceccotti aus Belo Horizontes Bar „Dub Maletta“ der Fall. In Kombination mit Cynar und D.O.M. Benedictine (beides Favoriten von mir) und etwas trockenem Wermut kann der Magnífica de Faria Cachaça hier sehr schön glänzen! Saúde!

Rezept „Apotekose“ (von Thiago Ceccotti):

7 cl Magnífica de Faria Cachaça
2,5 cl trockener Wermut
1,5 cl Cynar
0,5 cl D.O.M. Benedictine

Zubereitung: Der Drink wird im Glas gebaut, einfach alle Zutaten auf Eis geben und kurz verrühren.

Glas: Tumbler

Garnitur: Zitronenzeste

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

Hier noch ein kleiner Teaser auf zwei weitere Flaschenrezensionen, die noch folgen werden…

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

6 thoughts on “Magnífica de Faria Cachaça & der Apotekose Cocktail

  1. Die Cachaças von Magnifica sind einfach großartig! Der Traditional (45 Vol. %) steht schon seit einigen Jahren in meiner Heimbar und seit letztem Jahr auch der Envelhecida (2-6 Jahre Reifung). Der macht sich auch in dem Cocktail hier, der mich an einen Rabo de Galo erinnert, sehr gut!
    Bin gespannt auf die nächsten Artikel
    😀

    • Ja, ich kann auch absolut nur zustimmen! Den Envelhecida werde ich hoffentlich auch noch in Zukunft verkosten können, ich bin gespannt. Aber vielen Dank für die Empfehlung schon einmal an dieser Stelle!

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