Sierra Milenario Reposado & Clinton Street Pub’s Jalisco Egg Cream

Und heute geht es einmal wieder um einen Tequila. Einen Sierra Tequila, um genau zu sein. Wer jetzt sofort Schnappatmung kriegt und sich nervös nach Spuren von Salz und Zitrone umschaut, den kann ich beruhigen und auf meinen Artikel über den Sierra Milenario Fumado Tequila verweisen, den ich vor zwei Wochen veröffentlicht habe. Im Gegensatz zum leicht rauchigen und doch mehr als nur ein bisschen an einen Mezcal erinnernden Fumado haben wir es heute allerdings mit einer gereifen Qualität zu tun. (zugesandtes Testprodukt)*

Gut, streng genommen handelt es sich bei jedem Tequila um einen Mezcal, aber darauf will ich heute nicht nochmals eingehen. Für ganz grundlegende Informationen zur Spirituosengattung sei jedenfalls ein Blick in meinen Artikel über den Casa Noble Reposado empfohlen. Dort erfährt man dann auch, was es heißt, wenn ein Tequila ein Reposado ist: er hat also eine Reifedauer zwischen mindestens zwei Monaten und maximal 364 Tagen hinter sich. Vom Hersteller erfahren wir Genaueres: der Sierra Milenario Reposado reifte für „bis zu neun Monate“ in amerikanischen Weißeichefässern. So weit, so gut.

Wie auch bei den anderen Milenarios setzt Sierra hier in puncto Marketing auf die Zuordnung einer Schutzgottheit des Tzolkin-Kalenders, im Falle des Reposados ist das die Jaguargottheit „Ix“. Leider fehlte bei der mir zur Verfügung gestellten Flasche das schöne Anhängerbändchen um den Flaschenhals, was mir eigentlich optisch sehr gut an der Reihe gefällt, aber natürlich soll es hier vor allem um den Inhalt gehen.

Über diesen erfahren wir also einmal mehr, dass es sich um einen Pot Still-Tequila handelt, der mit 41,5% vol. abgefüllt worden ist. Auch hier stammen die Agaven aus Los Altos und wurden von Master Distiller Rodolfo González-González zu Tequila gebrannt. Um mich aber nicht über Gebühr zu wiederholen, möchte ich jedem Interessierten für weitere Rahmendetails zur Milenarioreihe nochmals meinen Artikel über den Sierra Milenario Fumado Tequila ans Herz legen. Viel interessanter an dieser Stelle ist doch, wie der Milenario Reposado abschneidet!

Tasting Notes:

Aroma: Das volle Potpourri aus den Weißeichenfässern macht sich von Anfang an bemerkbar: Vanille, Honig und Karamell verbinden sich mit typisch erdigen Agaventönen, dem charakteristischen weißen Pfeffer, Kräutern und etwas Zimt.

Geschmack: Sehr süßlich und fruchtig für einen Tequila, wenn auch mit typischen Reposadonoten: Honig, Ananas, erdige Agave und eine Nuance Pfirsich, Schokolade und Röstnoten von den Eichenfässern, wieder weißer Pfeffer und kräutrige Töne. Der Alkohol ist gut eingebunden und trägt die Aromen angenehm, ohne dabei jemals scharf zu werden.

Abgang: lang und würzig mit Assoziationen von Mandeln und Zimt

Wir haben es hier ohne Frage mit einem qualitativ soliden Reposado Tequila zu tun, der nichts mit dem eher dubiosen Ruf der Marke Sierra zu tun hat. Eine meiner absoluten Favoriten im Zusammenspiel mit Reposado Tequila ist die Buttermilch Margarita von Bettina Kupsa. Da ich diesen aber schon vorgestellt habe, wollte ich heute etwas anderes machen. Allerdings etwas, das für viele auf den ersten Blick nicht weniger abgefahren klingt: den Clinton Street Pub’s Jalisco Egg Cream. Ein Cocktail aus der gleichnamigen Bar in Portland, der skurrilerweise ohne Ei auskommt, dafür aber mit einer Zutatenliste aufwartet, die zunächst die Stirn runzeln lässt: Reposado Tequila, Milch, Sodawasser, Amaro und Fernet. Im Original wird hier zwar zu anderen Marken gegriffen, als ich es getan habe (ich habe zum Nardini Amaro und zum Nardini Fernet gegriffen), aber dass es eben auich mit anderen Marken funktioniert, spricht im Endeffekt ja auch für die Rezeptur. Entdeckt habe ich den Drink auf der Webseite des Portland Mercury, wo man darauf verweist, wie der Drink im Clinton Street Pub beschrieben wird: “Crisp, bittersweet Mexican chocolate – no egg required“. Persönlich bin ich der Meinung, dass die Rezeptur noch ein klein wenig Süße vertragen kann und weil ich die Programmatik des Drinks noch etwas unterstreichen wollte, habe ich lediglich einen Barlöffel weiße Creme de Cacao hinzugegeben. Zwingend ist das aber nicht.

Rezept „Clinton Street Pub’s Jalisco Egg Cream“ (von mir variierte Version):

4,5 cl Sierra Milenario Reposado Tequila
3 cl frische Vollmilch
1,5 cl Nardini Amaro
1 Dash Nardini Fernet
1 Barlöffel weiße Creme de Cacao (optional)
Sodawasser

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf das Sodawasser kräftig aus Eis schütteln und ins mit frischem Eis gefüllte Glas abseihen. Mit Sodawasser toppen.

Glas: Highball

Garnitur: frisch geriebene Muskatnuss, Zimtstange

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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