Fever Tree Madagascan Cola im Test

In der Vergangenheit habe ich immer mal wieder durchblicken lassen, dass ich eine gewisse Schwäche für Cola habe. Das sage ich immer auch irgendwie ein Stück weit mit einem rechtfertigenden Unterton, weil Cola unter den klassischen Barfillern (wenn man sie überhaupt dazu zählen will) nicht unbedingt den renommiertesten Ruf genießt. Vielmehr wird sie oft belächelt, als Zugeständnis an den Massengeschmack oder einfach als notwendiges Übel für einige wenige Cocktailklassiker angesehen. Doch hier bin ich entschieden anderer Meinung!

In meinen Augen kann eine gute Cola eine süßlich-würzige Bereicherung für jede Bar sein und wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt, wird festgestellt haben, dass ich auch immer mal wieder ein Rezept veröffentlicht habe, in dem Cola einen Platz eingenommen hat (oder zumindest ein Colasirup). Da wären z.B. der Rye & Cola Julep, der klassische Cuba Libre bzw. der Cubata, Dr. Kebler’s Wild & Crazy, die Blood like Lemonade oder auch der Mr. Hyde’s Fixxer Upper.

Entsprechend war ich sehr begeistert, als ich hörte, dass Fever Tree eine eigene Cola auf den Markt bringen würde, doch dann enttäuscht, dass diese zunächst nur in Großbritannien und nicht auf dem deutschen Markt erhältlich sein würde. Nun ist es aber endlich soweit und die Fever Tree Cola ist auch in Deutschland erhältlich. Zeit also, sie einmal etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Sie hört auf den klangvollen Namen Fever Tree Madagascan Cola und beim Namen Madagaskar stellt man sich gedanklich natürlich ziemlich unmittelbar auf Vanille ein, denn der afrikanische Inselstaat ist der weltweit führende Produzent und Exporteur für die oft als zweitteuerste Gewürz der Welt bezeichneten Schoten (nach Safran als teuerstem Gewürz). Für die Madagascan Cola verwendet Fever Tree auch in der Tat echte Madagaskarvanille und Kola-Nuss-Extrakt, verzichtet aber vor allem auf die in Cola sonst übliche Phosphorsäure und gibt weniger Zucker hinzu. Hinzu kommen ein Extrakt aus geröstetem Gerstenmalz, Coffein, natürliche Aromen, Citronensäure, Kohlensäure und natürlich Wasser. Die Verwendungsabsicht zielt eindeutig auf den Barbereich, was die Cola für mich natürlich umso interessanter macht.

Wie schlägt sie sich nun in der Verkostung?

Aroma: Die Cola riecht ansprechend, wie bei Colas üblich natürlich nicht mit einer mit Spirituosen vergleichbaren Intensität, dennoch aber vielschichtiger als viele andere Colas. Man vernimmt deutliche Zitrustöne und feine Gewürznoten, die mich ein wenig an Zimt und Vanille denken lassen.

Geschmack: Die mit recht starker Karbonisierung daherkommende Fever Tree Madagascan Cola macht tatsächlich ihrem Namen alle Ehre: Sie ist einwandfrei als Cola zu erkennen (was nicht für alle unter dem Namen Cola verkauften Getränke zwingend selbstverständlich ist) und weist neben einer nicht zu dominanten, spritzig-zitronigen Seite einen schönen Vanillecharakter auf. Wer jetzt an die Vanilla Coke des Weltmarktführers denkt, der täuscht sich: Die Vanille der Fever Tree Madagascan Cola ist deutlich dezenter und weniger dominierend, dabei aber authentischer und runder in das Gesamtkonzept eingebunden. Weitere Gewürznoten ergänzen das Geschmacksbild, fast kommt ein wenig die Assoziation von Weihnachtspunsch auf, doch um wirklich als weihnachtlich bezeichnet zu werden, sind die Gewürznoten nicht ausgeprägt und vordergründig genug. Kurzum: Mich hat Fever Tree mit dieser Cola wirklich überzeugen können!

Ich habe die Madagascan Cola sogleich auch in einem Cuba Libre mit einem dreijährigen Havana Club Rum getestet und auch hier war das Geschmacksergebnis sehr harmonisch und konnte sehr schön die Noten des Rums mit einbinden. Eine Bereicherung für die Bar, keine Frage.

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