Last Word

Last Word

Den heutigen Drink müsste man sicherlich gar nicht groß vorstellen, denn wer an der Cocktailmaterie interessiert ist, wird sicherlich schon über dieses großartige Rezept gestolpert sein. Aber gerade deshalb verdient der Last Word auch ein paar Zeilen, zudem er für mich auch ein elementares Erlebnis dargestellt hat, was meinen Enthusiasmus für die Thematik mit angefeuert hat.

Den Last Word Cocktail habe ich zum ersten Mal bei meinem ersten Besuch 2008 im Le Lion in Hamburg getrunken. Damals begann ich gerade, mich inspiriert vom amerikanischen Bartender und Cocktailhistoriker Chris McMillian mit der Bargeschichte der USA zu beschäftigen und war entsprechend begeistert, in Deutschland eine so fantastische Bar wie das Le Lion vorzufinden, in der mich das Personal mit seinem Fachwissen (und Stil) tief beeindruckte. Im etwas fortgeschrittenen Teil des Abends wurde mir in einem Beratungsgespräch auf Basis einiger meiner Geschmacksvorlieben dann schließlich zum Last Word geraten, welcher mich wirklich begeistert hat. Die strahlend grüne Kombination aus Gin, Maraschino, Chartreuse verte und Limettensaft hat es geschmacklich einfach in sich und ist uneingeschränkt jedem zu empfehlen, der sie nicht kennt.

Doch der Last Word Cocktail war lange Zeit völlig in Vergessenheit geraten. Ursprünglich wurde er in Detroit im dortigen Detroit Athletic Club in den 1920er Jahren von Frank Fogarty erfunden und war dann über mehr als ein halbes Jahrhundert quasi aus den Köpfern der Connaisseurs verschwunden. Erst im Jahre 2004 entdeckte Murray Stenson vom Zig Zag Café in Seattle das Rezept in einem alten Cocktailbuch („Bottoms up!“) von Ted Saucier aus dem Jahre 1951. Der Drink fand in den letzten zehn Jahren rasend schnelle Verbreitung und gelangte so quasi sehr spät zu seinem verdienten Ruhm. Wenn er auch nun – auch wegen seiner grünen Farbe – mehr mit der Stadt Seattle (der „Emerald City“) als mit Detroit verbunden wird.

Der Detroit Athletic Club im Jahr 1915

Der Detroit Athletic Club im Jahr 1915

Wem der Ruhm nun auch immer gebührt: Der Last Word ist vor allem eines, eine aromatische Offenbarung voll starker Aromen, der ob seiner Potenz allerdings durchaus schnell bei übermäßigem Konsum zum letzten Wort des Abends werden kann. Die Rezeptur ist ob ihrer gleichen Teile zudem sehr einfach zu merken.

Rezept:

2 cl Gin
2 cl Maraschino
2 cl Chartreuse Verte
2 cl Limettensaft

Zubereitung: Alle Zutaten im Shaker auf Eis kräftig schütteln und ins vorgekühlte Glas abseihen.

Glas: Coupette / Cocktailschale

Garnitur: keine

Bezugsquellen: In gut sortierten Supermärkten sollten alle Zutaten erhältlich sein.

4 thoughts on “Last Word

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