Plantation Isle of Fiji & der Bula Bula Cocktail

Es ist nun schon eine ganze Weile her, dass ich über einen Rum aus Fiji hier berichtet habe. Der Plantation Vintage Edition Fiji 2009 hat mir damals wirklich ganz hervorragend gefallen und seitdem bin ich absolut positiv gegenüber Rums aus dem pazifischen Inselstaat voreingenommen. Später kam dann noch der Plantation Black Cask Barbados & Fiji hinzu, der zumindest teilweise auf Fiji-Rum aus der South Pacific Distillery basiert. Auch hier war ich durchaus sehr positiv beeindruckt. Und heute steht ein neuer Fiji-Rum aus der Plantation-Reihe vor mir. (zugesandtes Testprodukt)*

Als erstes achte ich bei Rum inzwischen auf den Zusatz von Zucker. Und hier sehe ich leider direkt einen Minuspunkt, denn der neue Plantation Isle of Fiji enthält eine Dosage von 16g Zucker pro Liter. Das ist innerhalb des für Rum erlaubten Rahmens, ich hätte mich aber natürlich gefreut, wenn es dieser Dosage nicht bedurft hätte. Zugutehalten muss ich Plantation aber einmal mehr die Transparenz in dieser Sache, denn die Dosage steht hier für jeden sofort erkennbar auf der Flasche. Aber gut, Dosage hin oder her, Alexandre Gabriel hat mir durchaus schon sehr oft bewiesen, dass er sehr wohl weiß, was er tut, und ich ich nehme das deshalb erstmal so hin. Der Plantation Isle of Fiji ist ein Blend aus zunächst zwei bis drei Jahre in ehemaligen Bourbonfässern gelagertem Rum (die Reifung fand dabei im Inselstaat Fidschi statt). Schließlich erfolgte eine einjährigen Nachreifung in Frankreich in ehemaligen Cognac-Fässern, wie man es von Plantation Rum kennt und gewohnt ist. Es handelt sich um einen Melasserum – und auch zur Dauer der vor der Destillation stattgefundenen Fermentation erfahren wir hier etwas, diese hat nämlich 4 bis 5 Tage gedauert. Zeit, in der sich all die schönen Aromen bilden können, die ich von den letzten Plantation Fiji Rums noch in Erinnerung habe. Abgefüllt wird schließlich mit 40% vol.

Tasting Notes:

Aroma: Wie erwartet strömt einem hier direkt ein ganzer Obstkorb entgegen (Ananas, Mango, Stachelbeeren). Dahinter sofort eine reiche Vanille aus den Bourbonfässern, süße Noten von Toffee, dazu Nüsse und Kräuterassoziationen (Thymian, Oregano). Mit der Zeit löst sich auch mehr und mehr eine reife Banane aus den Obstnoten, die ich im ersten Moment weniger präsent wahrgenommen habe.

Geschmack: Sehr weich und mild, die 16g Zuckerdosage sind dabei klar bemerkbar. Vor allem die Vanille wird von der Süße getragen, bringt aber auch Noten von gegorenen Tropenfrüchten (Mango, Banane, Kokosnuss) mit. Gerade diese Fruchtnoten sondern sich etwas von der Süße im Aromenbild ab und lassen das reine Destillat erahnen, welches vermutlich ohne die Dosage noch fruchtiger auftreten würde. Etwas Pflaume schwingt noch mit, welcher wiederum ein satter Honig gegenübersteht. Ein fruchtig-süßes Geschmackserlebnis.

Abgang: lang, süß mit gegorenen Obstnoten

In puncto Cocktail sollte es heute eine Rum Sour-Variation sein, wobei ich den Zitronensaft durch Limettensaft ersetzt habe und saisonbedingt noch ein paar Erdbeeren hinzugegeben habe. Erdbeeren harmonieren wunderbar mit den tropischen Frucht- und Esthernoten des Plantation Isle of Fiji – und andererseits auch mit ein wenig trockenem Rotwein, den ich im Stile eines New York Sours ebenfalls mit auf den Drink gegeben habe. In diesem Sinne: Bula! Das ist eine Art Universalwort in der Fidschi-Sprache ist, das auch Prost bedeutet. Daher heißt der Drink auch kurzer Hand „Bula Bula“.

Rezept „Bula Bula“:

6 cl Plantation Isle of Fiji
3 cl Limettensaft
1 cl Zuckersirup
3 vollreife Erdbeeren
1 Eiweiß
2 bis 3 Barlöffel trockener Rotwein

Zubereitung: Zunächst Erdbeeren und Zuckersirup in den Shaker geben und mit dem Barstößel zerdrücken. Restliche Zutaten bis auf den Rotwein zugeben und zunächst ohne Eis einem Dry Shake unterziehen. Schließlich mit Eis kräftig schütteln und doppelt ins vorgekühlte Glas abseihen. Nun mit dem Barlöffel vorsichtig die Luftbläschen in der Schaumkrone flachstreichen und für einige Sekunden ruhen lassen. Dann vorsichtig den Rotwein auf den Drink geben und mit dem Stiel des Barlöffels vorsichtig unterhalb des Schaumes verrühren, so dass ein roter Ring unterhalb des Schaumes und oberhalb des Drinks entsteht.

Glas: Sourglas oder Tumbler

Garnitur: Blüte

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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