Nikka Coffey Gin & Natsu Kinu

Advertorial (dieser Artikel enthält Werbung)*

Bevor ich den heutigen Artikel in Angriff genommen habe, habe ich noch einmal einen Blick auf meinen Artikel über den Nikka Coffey Malt Whisky geworfen. Denn der Nikka Coffey Gin entstammt der gleichen Spirituosenserie des japanischen Herstellers Nikka. Und auch wenn sich Nikka eigentlich als Whiskyhersteller einen Namen gemacht hat, so ist doch auch das bisherige Echo zum Nikka Coffey Gin ein beachtlich positives.

Beim Blick in den oben verlinkten Artikel zum Coffey Malt Whisky habe ich mir selbst einmal mehr in Erinnerung gerufen, wie oft ich doch im Vorfeld dieses Artikels mit der Fehlannahme konfrontiert war, es handele sich beim Begriff „Coffey“ um einen Verweis auf Kaffee als Bestandteil des Whiskys (zugegeben, meistens geäußert von Personen, die sich eher flüchtig für die Materie interessieren). Zwar möchte ich grundsätzlich die Lektüre des Artikels an dieser Stelle empfehlen – vor allem auch für Hintergrundinformationen zu Nikka – aber dennoch noch einmal die Sache mit dem Begriff aufgreifen: Coffey war der Nachname eines irischen Ingenieurs, der bereits im Jahre 1852 gestorben ist. Er war der Entwickler einer bis heute verwendeten Säulendestillationsanlage, die meist als Column Still oder eben auch als Coffey Still bezeichnet wird. All denjenigen, die hier auf eine weitere Liaison aus Gin und Kaffee gehofft hatten, muss also eine Absage erteilt werden.

Ich schreibe deshalb eine weitere Liaison, da sich ja tatsächlich die Verbindung von Kaffee und Gin & Tonic irgendwie einen Weg an den Rand des Mainstreams bahnen konnte (es sind inzwischen sogar kaffeearomatisierte Tonics erhältlich oder fertig gemischte Cold Brew-Tonic-Variationen). Und auch wenn ich mich eigentlich als kulinarisch sehr aufgeschlossen und experimentierfreudig bezeichnen würde, stoße ich an diesem Punkt tatsächlich an eine persönliche Grenze: Ich kann mit der Kombination aus Röstkaffee, Gin und bitter-frischem Tonic einfach nichts anfangen. Insofern bin also auch ich sehr erfreut, dass Nikka hier eben keinen Coffee Gin, sondern einen Coffey Gin abgefüllt hat.

Stattdessen wird der Nikka Coffey Gin unter Zugabe von 11 Botanicals hergestellt: Neben dem obligatorischen Wacholder sind dies Koriander, Angelikawurzel, Zitronenschalen, Orangenschalen sowie einige genuin-japanische Früchte, Kräuter und Gewürze: Yuzu, Amanatsu, Kabosu und Shīkuwāsā (ebenfalls Citruspflanzen bzw. -früchte), Sansho Pfeffer und Apfelsaft. Letzterer ist eine besondere Zutat, da Nikka in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts zunächst als Hersteller von Apfelsaft an den Start ging.

Abgefüllt wird der Nikka Coffey Gin schließlich mit vielversprechenden 47% vol.

Tasting Notes:

Aroma: Wow, über mangelnde Intensität kann man sich hier definitiv nicht beklagen! Sofort ist ein würzig-frisches Feuerwerk von Citrusaromen in der Nase, welches ich am ehesten mit Limetten- und Bergamottentönen beschreiben würde. Allerdings fehlen mir schlicht belastbare Erfahrungswerte zu Amanatsu, Kabosu und Shīkuwāsā, um hier eine adäquate und differenzierte Beschreibung vornehmen zu können. Wacholder ist ebenfalls präsent, fällt aber doch hinter den Citrusnoten zurück. Eine feine, fruchtige und etwas süßlichere Note führe ich auf Äpfel und Orangenschalen zurück, der Sansho Pfeffer zeigt sich zudem nach einiger Zeit zunehmend klarer, bleibt aber dennoch subtil. Assoziationen von Kardamom und Anis blitzen kurz auf, zudem etwas Stachelbeere.

Geschmack: Da will ich doch gleich noch einmal „Wow“ sagen! Denn auch am Gaumen hält der Nikka Coffey Gin, was die Nase bereits versprochen hat. Wieder finden sich unglaublich ausdrucksstarke und vollaromatische Citrusschalen (die Differenzierungsprobleme habe ich hier wieder), diese verbinden sich gekonnt mit den würzigen Noten des Wacholder zu einem sehr harmonischen Gesamtbild. Sansho-Pfeffer ist wieder hintergründig zugegen, auch Äpfel und etwas Moos kann ich finden. Dabei ist der Alkohol wirklich perfekt eingebunden. Er stört nicht im Geringsten, sondern trägt vielmehr diesen Gin auf höchstem Niveau. Ein Highlight im unüberschaubaren Ginmarkt!

Abgang: lang, würzig und frisch

Tja, hier jetzt groß irgendwelche Cocktailklassiker anzupreisen, in denen dieser Gin eine gute Figur abgeben würde, war mir ehrlich gesagt ein wenig zu doof. Denn tatsächlich würde ich frei heraus sagen, dass man mit dem Nikka Coffey Gin grundsätzlich nicht viel falsch machen kann. Klar, man muss natürlich schon wissen, was man will und nach meinem Dafürhalten wäre es auch eher wenig zu empfehlen, hier mit außergewöhnlich aromatisierten Tonics anzurücken (nur weil es z.B. japanisch inspirierte Yuzu-Tonics gibt), denn der Gin spricht eine so deutliche Sprache, dass man hier keine Hilfe braucht. Sie würde dann wohl auch schnell zu viel.

Vielmehr habe ich mich am guten, alten Martini orientiert (der für sich genommen übrigens auch sehr mit dem Nikka Coffey Gin zu empfehlen ist), dann aber darauf aufbauend doch etwas Eigenes kreiert, was auch Leuten schmecken dürfte, denen ein klassischer Martini tendenziell ein kleines bisschen zu stark ist (hoffe ich zumindest). Mein Drink besteht neben dem Nikka Coffey Gin aus dem weißen Del Professore Wermut (wahlweise funktioniert hier aber sicher auch ein anderer trockener Wermut), dem entfernt von der Sloe Gin-Tradition inspirierten Ferdinand’s Saar Quince, einem Hauch Maraschino und zwei Dashes Pfirsisch-Bitters. Das Ergebnis ist ein Drink voll spritzig-frischen und würzigen Noten, die von einem warmen und fruchtigen Beiklang umarmt werden. Schwer zu beschreiben, aber wirklich schön. Zwar sieht der Drink nicht spektakulär aus, aber das braucht er auch nicht. Vielmehr besticht er (quasi ganz im japanischen Sinne) durch Schlichtheit und Qualität. Der Drink hört auf den Namen Natsu Kinu. Natsu Kinu bedeutet soviel wie „der Sommer ist gekommen“ – und da diese Martini-Variante sehr gut zur Saison passt, habe ich mich für diesen Namen entschieden.

Rezept „Natsu Kinu“:

5 cl Nikka Coffey Gin
2 cl weißer, trockener Wermut (z.B. Del Professore Vermouth Classico Tradizionale)
1,5 cl Ferdinand‘s Saar Quince
1 Barlöffel Maraschino
2 Dashes The Bitter Truth Peach Bitters

Zubereitung: Alle Zutaten in einem Rührglas auf Eis kalt rühren und ins vorgekühlte Glas abseihen.

Glas: Martini

Garnitur: keine

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

*Der Betrieb von Galumbi – Drinks & More verursacht natürlich abseits der redaktionellen Arbeit auch Kosten, weshalb gelegentlich auch bezahlte Werbung hier zu finden ist. Dennoch spiegelt die Rezension des Produktes in diesem Artikel meine Meinung wider und wurde nicht extern vorgegeben. Eine solche Kooperation kommt zudem nur dann in Frage, wenn ich guten Gewissens hinter dem beworbenen Produkt stehen kann. Dieser Artikel ist ein Werbeartikel, der sich aus einer Zusammenarbeit mit der BORCO-MARKEN-IMPORT Matthiesen GmbH & Co. KG (dem deutschen Vertrieb des Nikka Coffey Gin) ergeben hat. Das Besprechungsexemplar habe ich davon unabhängig selbst erworben.

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