Freimeisterkollektiv RYE Straight Rye Whiskey – Rye & Coffee Manhattan

Und einmal mehr möchte ich heute eine Abfüllung aus dem Freimeisterkollektiv (das ich hier bereits vorgestellt habe) genauer unter die Lupe nehmen – und zwar den RYE Straight Rye Whiskey. Auf diesen war ich ganz besonders gespannt, da er letztlich von niemand Geringerem als Rüdiger Sasse konzipiert und hergestellt wurde, mit dessen Produkten ich als Westfale schon oft in Berührung gekommen bin. Nicht zuletzt habe ich erst kürzlich über den wirklich ganz fantastischen Lagerkorn 12 einen Artikel hier veröffentlicht. (zugesandtes Testprodukt)*

Dieser Artikel ist es auch, auf den ich hinsichtlich von weiteren Informationen zur Brennerei Sasse verweisen möchte, so dass ich mich heute etwas kürzer fassen werde. Der Freimeisterkollektiv RYE Straight Rye Whiskey ist jedenfalls ein eigenständiges, extra für das Freimeisterkollektiv hergestelltes Produkt, das wiederum nicht mit dem Freimeisterkollektiv DARK RYE verwechselt werden darf (über den ich ebenfalls hier in Bälde noch schreiben werde). Die Getreidemischung für den Rüdiger Sasses Straight Rye Whiskey besteht jedenfalls zu 75% aus Roggen und zu 25% aus Gerstenmalz, im Gegensatz zu den meisten amerikanischen Ryes wird hier also kein Mais verwendet. Der Raubrand für diesen Whiskey wird auf einer Kolonnendestillationsanlage gebrannt, während der Feinbrand aus einer Pot Still stammt. Schließlich wurde die sog. Abtriebsgrenze, also der höchste Alkohol-Gehalt bei einer Destillation, von Rüdiger Sasse für den RYE Straight Rye Whiskey deutlich herabgesetzt, weshalb er mehr höhere Alkohole aufweist, die erst durch längere Lagerung zu Estern werden und dadurch mit mehr Komplexität glänzen können. Zuletzt erfolgt dann die Reifung zwischen fünf und elf Jahren in Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Abgefüllt wird schließlich mit 48,2% vol.

Tasting Notes:

Aroma: Bei diesem Rye fällt mir zunächst auf, dass hier keine wirklich hervorstechende Komponente das Aroma charakterisiert. Das soll nicht heißen, dass hier ein schwaches Aroma vorliegt, ganz im Gegenteil, es ist nur eben keine distinktiv-vordergründige Note, die sofort auffallen würde. Gewürze (Nelken, etwas Zimt, Piment und ein Hauch Muskat) rahmen hier einen Roggenwhiskey ein, dem man sofort anmerkt, dass er keinen Maisanteil aufweist. Die häufig anzutreffende Nähe vieler amerikanische Rye Whiskey zu einem Bourbon sucht man hier vergebens. Subtiler, hintergründiger Honig, Vanille und etwas geschlagenes Apfelholz finde ich ebenfalls. Dieser Rye ist durchaus komplex und sehr interessant.

Geschmack: Die 48,2 Volumenprozente machen sich durchaus bemerkbar. Der Alkohol versteckt sich nicht, bringt aber auch jede Menge mit sich: Da wären v.a. wieder Gewürze mit geröstete Nüssen (v.a. gebrannten Mandeln mit einer gewissen Karamellnote) und Schokolade, die auch in den offiziellen Verkostungsnotizen angegeben werden. Vanille, die ein wenig an Vanillepudding denken lässt, verbindet sich mit hintergründigen, grünlichen Apfelnoten. Ein sehr trockener und schöner Rye Whiskey!

Abgang: mittellang, trocken, mit Apfelholz, etwas Pfeffer und Piment

Mit diesem sehr trockenen und ausdrucksstarken Rye Whiskey wollte ich sofort eine Art Manhattan-Variante kreieren. Mein Rye & Coffee Manhattan greift dabei auf eine Nuance des ebenfalls aus dem Freimeisterkollektiv stammenden Mahembe Kaffeegeists zurück, kommt ansonsten aber ohne klassische Bitters aus, die durch einen gewissen Teil französischen Amer Picons ersetzt werden. Der finale Cocktail ist ebenfalls ein Drink für Liebhaber trockener Cocktails, wem das eine Spur zu viel ist, kann optional noch einen Barlöffel Zuckersirup zugeben. Ich lasse diesen zwar weg, er schadet dem Drink aber auch nicht. Achja: Unbedingt den fertigen Drink mit dem flambierten Öl einer Orangenzeste besprühen!

Rezept „Rye & Coffee Manhattan“:

6 cl Freimeisterkollektiv RYE Straight Rye Whiskey
1,5 cl Carpano Antica Formula
1 cl Amer Picon
0,5 cl Freimeisterkollektiv Mahembe Kaffeegeist
1 Barlöffel Zuckersirup (optional, s.o.)

Orangenzeste

Zubereitung: Alle Zutaten auf Eis kalt rühren und ins vorgekühlte Glas abseihen. Dann mit dem flambierten Öl einer Orangenzeste besprühen.

Glas: Martini / Manhattan

Garnitur: ein kleiner Kaffeefilter mit Kaffeebohnen

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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