Peated & Peachy

peated-peachy

Wenn man sich mit der Geschichte der Cocktails intensiver auseinander setzt, dann wird natürlich klar, dass sie sich von Anfang an sehr stark um Whiskey gedreht hat. Er stellt gewissermaßen die Herzspirituose dar, um die herum so alte Klassiker wie Old Fashioned respektive Whiskey Cocktail, Sazerac oder Mint Julep entstanden sind. Doch da die Cocktailgeschichte des 18. Und 19. Jahrhunderts vor allem eine amerikanische war, ist mit Whiskey hier fast immer Bourbon bzw. Rye Whiskey oder – mit Blick auf die Prohibitionszeit im frühen 20. Jahrhundert – auch kanadischer Whiskey gemeint. Scotch Whisky spielte hingegen kaum eine Rolle und ist bis heute eher selten in Cocktails anzutreffen. Besonders, wenn auch noch Torfrauch im Spiel ist.

Natürlich ist das keine pauschal gültige Aussage, denn die Historie der Cocktails ist dann doch zu lang, als dass sich nicht auch scotchbasierte Rezepte durchgesetzt hätte. Doch sie sind zahlenmäßig definitiv eher in der Minderheit. Das ändert sich zwar zunehmend, denn längst wird in der gegenwärtigen Renaissance-Ära der Barkultur auch mit Scotch jeglicher Couleur experimentiert, aber trotzdem haftet dem schottischen Nationalgetränk noch immer der Ruf an, hinter der Bar eher ein graues Entlein zu sein. Wie wundervoll aber durchaus sogar rauchiger Whisky in Cocktails funktionieren kann, beweisen großartige Drinks wie z.B. der Blood and Sand. Auch wenn die Whiskygemeinschaft stark von Puristen durchzogen ist, wird immer mehr Leuten klar, dass man hier noch unzählige Geschmackswelten entdecken kann.

peated-peachy

Erst jüngst berichtete ich über den Smog Fizz, der ebenfalls mit stark rauchigem Whisky arbeitet. Heute möchte ich mit dem Peated & Peachy Cocktail eine Rezeptur vorstellen, zu der mich im Grunde ganz verschiedene Cocktails inspiriert haben, die – wie z.B. eben auch im Smog Fizz – u.a. mit der Kombination aus Pfirsisch und rauchigem Whisky arbeiten. Diese Kombination funktioniert einfach großartig und so fiel mir diese auch mit als erste ein, als ich nach einer Idee suchte, den Ardmore Legacy Single Malt Whisky in einem Drink zu vermixen. Der Ardmore Legacy weist nur einen leichten Rauch auf, was mir insofern ganz gelegen kam, als das hier auch ein größerer Anteil Whisky schön in die Rezeptur eingebunden werden konnte, ohne zu dominant zu sein. In Kombination mit Cynar, Eiweiß, Jerry Thomas Own Decanter Bitters und etwas Runny Honey (welcher die Honignoten des Ardmore schön aufgreift) sowie Crème de Pêche will der Peated & Peachy zwar nicht so recht in eine fixe Kategorie passen, ist aber geschmacklich eine wirklich schöne und runde Sache!

peated-peachy

Rezept:

5 cl Ardmore Legacy
1 cl Cynar
1 cl Runny Honey (s.u.)
2 cl Crème de Pêche
½ Eiweiß
2 Dashes Jerry Thomas Own Decanter Bitters

Runny Honey: Wasser zu gleichen Teilen mit Honig kurz aufkochen, ein wenig köcheln und abkühlen lassen.

Zubereitung: Alle Zutaten zunächst ohne Eis einem kräftigen Dry Shake unterziehen, dann mit Eiswürfeln für ca. 30 Sekunden schütteln und ins vorgekühlte Glas abseihen.

Glas: Coupette

Garnitur: keine

peated-peachy

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.