Pure Spirits: Admiral Rodney Extra Old & The Rum Runner

St. Lucia ist in erster Linie der Name einer Insel in der Karibik. Geographieliebhaber werden vielleicht daran interessiert sein, dass sie zur Inselgruppe mit dem klangvollen Namen „Inseln über dem Winde“ gehört, welche wiederum ein Teil der Kleinen Antillen sind. Mit Sicherheit hellhörig werden aber Liebhaber der karibischen Vorzeigespirituose Rum, wenn der Name des kleinen, unabhängigen Inselstaates fällt. Und das liegt vor allem an den Abfüllungen aus dem Hause „St. Lucia Distillers“, welche auch den Rum produziert, um den es heute gehen soll. (zugesandtes Testprodukt)*

Der Name Admiral Rodney Extra Old verrät zudem gleich einige weitere Details. Neben der offensichtlich britischen Kolonialgeschichte St. Lucias (die sich auch heute noch in der Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations niederschlägt), erfahren wir, dass wir einen gereiften Rum vor uns haben. Eine genaue Altersangabe enthüllt das Etikett bzw. der Name des Rums zwar nicht, dennoch lassen sich Informationen über das ungefähre Alter des Rums herausfinden. Je nach Quelle (hier unterscheiden sich die Angaben mitunter) liegt das Reifungsalter zwischen 8 und 10 Jahren. Der Rum wurde vor auf Säulendestillationsanlagen gebrannt, welche viele in erster Linie mit dem „spanischen Rumstil“ assoziieren. Aber St. Lucia beweist eben einmal mehr, dass auch britisch geprägte Karibikstaaten Säulendestillationsverfahren für die Herstellung von Rum heranziehen und ein zu pauschales Schubladendenken hier eben nicht wirklich weiterführt. Bei den Fässern handelt es sich um ehemalige Bourbonfässer. Abgefüllt wird 40% vol.

Die St. Lucia Distillers legen gesteigerten Wert auf eine umweltfreundliche und nachhaltige Produktion, was in einem ausgeklügelten Abwassermanagement und einem Flaschenrecyclingsystem zum Ausdruck kommt. Wer also bei der Kaufentscheidung solche Argumente mit einbeziehen möchte, wird diese Information vielleicht interessant finden.

Tasting Notes:

Aroma: In der Nase zeigt sich ein klar erkennbarer Eicheneinschlag mit Vanille, Zimt und Gewürznoten. Dazu gesellt sich ein klarer Honig, leichte Esternoten von Bananen, Guaven und hellen Pflaumen und etwas Karamell.

Geschmack: Auch hier dominieren holzige Eichentöne mit Vanille, Karamell, braunem Rohrzucker und Gewürzen (vor allem Zimt und Muskatnuss stechen hervor). Die in der Nase noch vernehmbaren Fruchtnoten sind fast gänzlich verschwunden (hintergründig vernehme ich etwas gebackene Banane), stattdessen kommen mir Assoziationen von frisch gerührtem Kuchenteig.

Abgang: mittellang, viel würzige Eiche, recht trocken und weich

Der Admiral Rodney ist ein solider, hochwertiger und sehr schön ausbalancierter Rum, mit dem man meines Erachtens nach nicht viel falsch machen kann. Wer ein Herz für Rum hat, wird den Admiral Rodney mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu schätzen wissen. Für den Preis um die 50€ bekommt man hier wirklich hochwertige Qualität geboten, die nicht zu kapriziös und schnörkelhaft daherkommt.

Als Cocktailzutat habe ich ihn in einem Rum Runner eingesetzt, ein v.a. in den USA bekannter Cocktail, welcher in den 1950er Jahren in Florida erfunden worden sein soll. Für den Rum Runner gibt es zahlreiche Zubereitungsvarianten, die mitunter auch weißen Rum und Gewürzrum verwenden. Ich habe mich gegen diese entschieden und auch keinen Ananassaft herangezogen, wohl aber einen mit Ananas aromatisierten Rum (und zwar den fantastischen Plantation Pineapple Stiggins’ Fancy Original Dark). Das Ergebnis ist ein süffig-exotischer Tiki-Drink, der perfekt in den Sommer passt.

Rezept „Rum Runner“:

3,5 cl Admiral Rodney Extra Old
2 cl Plantation Pineapple Stiggins’ Fancy Original Dark
1,5 cl Giffard Banane du Brésil
1 cl Crème de Mure (Chambord kann eine sehr schöne Alternative sein)
1,5 cl Falernum
3 cl Orangensaft
1 cl Limettensaft
1 Barlöffel D.O.M. Benedictine
1 Dash Angostura Bitters

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf das Falernum in einem Shaker auf Eis schütteln. In ein mit gestoßenem Eis gefülltes Glas oder einen Tiki-Mug geben und zuletzt mit Falernum toppen.

Glas: Highball oder Tiki-Mug

Garnitur: frische Minze, Brombeeren und gedörrte Zitrusscheiben

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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