The Martini of Ice and Fire

Zugegeben, der Artikel heute bauscht im Grunde genommen ziemlich auf. Denn eigentlich ist der Cocktail hier nichts anderes als eine Variation des klassischen Martini. Ob er deshalb direkt einen eigenen Namen verdient, darf man sicherlich auch kritisch hinterfragen. Aber letztlich ist es schon ein in dieser Form sehr besonderer Martini, weshalb ich den eigenen Namen letztlich in Ordnung finde. Zumal aus dem Namen dann ja auch hervorgeht, dass es nunmal eben ein Martini ist. Achja: wer jetzt denkt, der Cocktail hätte irgendetwas mit der Serie „Game of Thrones“ zu tun, den muss ich enttäuschen.

Während George R. R. Martin seine den Hintergrund der TV-Serie bildende Romanserie mit „A Song of Ice and Fire“ benannt hat, ist die Formulierung „The Martini of Ice and Fire“ vielmehr eine Anspielung auf Island, das eben schon weit vor Martins Romanen als das „Land of Ice and Fire“ bekannt war. Aber was ist es denn nun für ein Martini? Im Grunde genommen ist es schlicht der Martini, den ich zurzeit am liebsten trinke. Gut, so richtig schlicht ist es vielleicht doch nicht, denn die Zutaten sind eben etwas ungewöhnlich. Mit dem geschmacklich sehr aus der Reihe tanzenden isländischen VOR-Gin (den ich wirklich liebe) trifft ein alles andere als klassischer Vertreter auf in einem Martini i.d.R. nicht anzutreffende Lakritz-Bitters. Und anstelle von Zitronenöl aus einer Zeste habe ich drei Stöße Himbeergeist aus einem Zerstäuber auf die Oberfläche gegeben. Die Kombination von Lakritz und Beeren findet man im skandinavischen Raum fast überall und auch in Island habe ich sie bereits selbst in einer wirklich außergewöhnlichen Eisdiele in Akureyri im Norden des Landes probiert. Beim Wermut halte ich es nicht unbedingt mit Winston Churchill, sondern gönne dem Drink gerne auch mal 2 cl trockenen Wermut (z.B. Mulassano Extra Dry).

Der Rest ist tatsächlich nicht mehr als Deko, quasi „Ice and Fire“ als optische Untermalung des Drinks. Dazu gebe ich einfach ein wenig Grenadine auf das Eis in einem Martini Chiller (so nennt man die spezielle Form des Martiniglases, wie ich sie auf den Fotos verwendet habe) und schon hat man ein wenig Lava unter einer Eisschicht. Man kann das alles natürlich weglassen und einfach ein ganz normales Martiniglas nehmen. Aber ich mag ja ein bisschen Gedöns rund um meinen Cocktail, insofern bleibt es so.

Rezept „The Martini of Ice and Fire“:

6,5 cl VOR Icelandic Gin
2 cl trockener Wermut (z.B. Mulassano Extra Dry)
1 Dash Bob’s Liquorice Bitters

3 Stöße Faude Himbeergeist aus einem Zerstäuber

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf Himbeergeist auf Eis in einem Rührglas kalt rühren. Anschließend ins vorgekühlte Glas abseihen. Zuletzt 3 Stöße Himbeergeist aus einer Zerstäuberflasche auf die Oberfläche des Drinks geben.

Glas: Martini Chiller

Garnitur: mit Grenadine gefärbtes Eis

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online.

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