Mount Rigi & Mountain Whisper

In der Schweizer Brennerei Distillerie Mount Rigi der 30.000-Einwohner-Stadt Zug im gleichnamigen Kanton scheut man keine großen Worte. Auf der Webseite heißt es: „Feinste Schweizer Alpen Aromen, mutig und frisch verschönert mit reinem Kirsch. Mount Rigi passt wunderbar auf Tonicwasser, zusammen mit Bier, gespritzt auf Roséwein, als Cocktail-Mixer oder einfach pur auf Eis. Immer wieder anders im Geschmack und Aroma, ist der Flavor of the Alps eine Bereicherung zum puristischen Kirsch – Mount Rigi ist der neue Schweizer Aperitif.“ Das ist jedenfalls mal eine selbstbewusste Ansage. Was steckt aber dahinter? (zugesandtes Testprodukt)*

Im Jahr 2015 kam Albert und Alexander Tichelli nach eigenen Aussagen die Idee zum Mount Rigi. Und – die einleitenden Worte verraten es – man wollte ganz offensichtlich den klassischen Kirsch nehmen und auf ein neues Level heben, ihn gewissermaßen weiterdenken. An nähere Informationen zu gelangen, ist dabei aber gar nicht so einfach. Es handelt sich also offenbar um ein mit Kräutern und anderem versetztes Kirschwasser, das schließlich mit 20% vol. in die Flasche kommt, also entweder recht stark verdünnt wurde oder sogar mit anderen Alkoholika wie bspw. Wermut verschnitten wurde. Ich weiß es offen gesagt nicht. Gegen die Verschnitttheorie spricht schlicht, dass ich nichts Belastbares dazu finden konnte und es pure Spekulation ist. Der deutsche Vertrieb Tender Spirits spricht von einer Mischung aus Schweizer Kirschwasser, Botanical und Kräutermazeraten sowie einem Schuss Zitrussäure. Er soll nicht zu bitter sein und auch nicht zu kräutrig. Tja, was aber dann?

Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden!

Tasting Notes:

Aroma: Oha, es ist gar nicht so einfach, hier einen klaren Eindruck zu artikulieren. Ich vernehme Kräuter mit einem Hang zu Minze und minimal mentholigen Noten, dahinter Kirschwasser und eine gewisse Süße, die tatsächlich ein wenig an Kaugummi denken lassen. Das Aromenbild ist dabei nicht zu überwältigend intensiv, aber fraglos außergewöhnlich.

Geschmack: Der Mount Rigi fällt doch recht süß aus (gut, es ist ein Likör) mit klar erkennbarem Kirschwasser und wieder den kräutrigen Anklängen, die man am ehesten mit einer Kräuterlimonade in Verbindung bringen würde (Bionade, Almdudler, irgendwo in dieser Richtung). Auch habe ich wieder ganz entfernte Kaugummiassoziationen.

Abgang: mittellang, vor allem das Kirschwasser zeigt sich hier noch eine Weile

Tja, mit dem Mount Rigi habe ich eine Weile herumexperimentiert. Natürlich kann man ihn mit Soda trinken oder auch mit Tonic oder Roséwein, wie es auch der Hersteller vorschlägt. Aber ich wollte einen Shortdrink, komplex, bitter, würzig und doch einzigartig. Straight-up und ohne großen Schnick-Schnack. Letztlich kam dabei eine auf dem Papier äußerst merkwürdige Kombination heraus, die sich kein bestimmtes, regionales Flair auf die Fahne schreiben lässt. Ich habe Reposado Tequila mit Campari, Nardini Elixir China und eben Mount Rigi verrührt und mit einer Orangenzeste abgespritzt – und ich liebe das Ergebnis. Ich habe den Drink schlicht „Mountain Whisper“ genannt.

Rezept „Mountain Whisper“:

4 cl Reposado Tequila (100% Agave)
2 cl Mount Rigi
1 cl Campari
0,75 cl Nardini Elixir China

Zubereitung: Alle Zutaten im Rührglas auf Eis kalt rühren und ins vorgekühlte Glas abseihen. Mit dem Öl einer Orangenzeste besprühen.

Glas: Goblet / Shortdrink

Garnitur: keine

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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