Palms Arrak & Lapsang Souchong Ruby Punch

Arrack oder auch Arrak (eine einheitliche Schreibweise existiert hier leider nicht wirklich) wird oft als älteste Spirituose der Welt bezeichnet. Inwiefern dies wirklich der Wahrheit entspricht, ist allerdings umstritten. Allerdings ist es sehr wohl erwiesen, dass sie um den Titel der ältesten Spirituosengattungen mitspielen dürfte, wenn man berücksichtigt, dass bereits im 2. Jahrtausend vor Christus in Indien Arrak hergestellt worden ist. Wie dem auch immer sei, so ist Arrak für uns in der Gegenwart zweifelsohne eine schöne Bereicherung des Spirituosensortiments. (zugesandtes Testprodukt)*

Über die Produktionshintergründe und die verschiedenen, möglichen Grundrohstoffe, aus denen weltweit Arrak hergestellt wird (sowie insbesondere über die besondere Sorte des Batavia-Arrak) habe ich bereits in der Vergangenheit einen Artikel verfasst, auf den ich auch an dieser Stelle für all jene verweisen möchte, die ein wenig mehr über die Hintergründe erfahren wollen.

Der Arrak, den ich heute hier unter die Lupe nehmen will, stammt allerdings aus Deutschland. Das heißt: er wurde von einem deutschen Unternehmen in Deutschland abgefüllt, was ihn in gewisser Weise eben auch zu einem deutschen Arrak macht. Hinter der Flasche steht die Palms GmbH aus Frankfurt am Main, welche – man erahnt es bereits am Namen – einen Arrak auf Palmbasis herstellt. Anders als beim Batavia Arrak zieht man also hier als Rohstoff reinen Palmsaft heran, der aus den jungen Blättern von Palmbäumen gewonnen wird. Dieser zuckerreiche Palmsaft fermentiert für den Palms Arrak anschließend zu einem Palmwein und wird dann mehrfach destilliert (eine genauere Angabe findet sich leider nicht). Nach der Destillation lässt man den Arrak schließich im tropischen Klima in Fässern aus Halmillaholz für drei Jahre reifen. Leider findet man keine konkreteren Informationen zur Herstellungsregion bzw. zum Ursprungsland, in der sich die mit der Palms GmbH zusammenarbeitenden Palmplantagen befinden – hier heißt es nur vage „in den Tropen“. Wohl aber wird vom Hersteller betont, dass keinerlei künstliche Aromen, Farb- & Konservierungsstoffe bei der Produktion verwendet wurden. Abgefüllt wird schließlich mit 40% vol.

Tasting Notes:

Aroma: Eine regelrechte Aromenbombe ist dieser Arrak zwar nicht (dafür fällt der Gesamteindruck zu leicht aus), aber es finden sich durchaus eindrucksvolle und schöne Aromen im Glas. Gebrannte Mandeln, Zuckerwatte und eine „grünliche“ Nuance von jungen Hölzern sowie Birnenkompott und etwas Zitronencreme steigen empor. Einen Hauch Zimt kann ich ebenfalls finden. Ein Aroma, das ich in dieser Form so noch nicht vernommen habe.

Geschmack: Auch hier fällt der Palms Arrak sehr interessant aus. Süßliche Zitronencreme wie in einer Zitronenrolle, Muskatnuss, Zimt, etwas weißer Pfeffer und ein kräutriger Einschlag mit Holztönen zeigen sich. Zwischenzeitlich fühle ich mich etwas an einen jungen Bourbon erinnert, dann verwerfe ich den Gedanken jedoch wieder.

Abgang: würzig-holzig, mittellang mit Kräuterassoziationen

In puncto Cocktail habe ich mich an einem verbreiteten Arrak-Drink orientiert – und zwar am Ruby Punch, der für gewöhnlich mit ebenfalls aus Palmensaft hergestelltem Ceylon Arrack gemixt wird. Dieser Drink auf Basis von Arrak, Zitronensaft, Ruby Port, Zucker und schwarzem Ceylon-Tee ist ein sehr aromatischer und schöner Drink, allerdings habe ich eine Zutat schon recht entscheidend verändert: Anstelle des Ceylon-Schwarztees habe ich mich für chinesischen Lapsang Souchong entschieden, der mit seinem rauchigen Charakter natürlich einen viel stärkeren Akzent im Drink setzt und das Gesamtbild deutlich verändert. Er harmoniert aber ganz wunderbar mit der sehr besonderen Charakteristik des Palms Arrack und entsprechend zufrieden bin ich mit dem Rezept. Und hier ist das Rezept für meinen Lapsang Souchong Ruby Punch.

Rezept „Lapsang Souchong Ruby Punch“:

6 cl Palms Arrak
2 cl Zitronensaft
2 cl Ruby Port
1,5 cl Zuckersirup
6 cl Lapsang Souchong Tee (frisch aufgebrüht und anschließend abgekühlt)

Zubereitung: Alle Zutaten in einem Shaker auf Eis kräftig schütteln und ins mit frischen Eiswürfeln gefüllte Glas abseihen.

Glas: Tumbler oder kleines Longdrinkglas

Garnitur: keine

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online, z.B. bei Conalco.

*Die Flasche für dieses Review wurde mir von der Conalco Spirituosen UG zur Verfügung gestellt. Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet jedoch nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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