Pina Paradise

Tja, heute habe ich im Grunde gar nicht viel zu sagen oder zu erzählen. Ich habe lediglich einen Cocktail im Gepäck, den ich hier sehr gerne vorstellen möchte (ok, das klingt vielleicht doch irgendwie ziemlich nach business as usual). Vor einigen Tagen habe ich Gäste empfangen und wusste, dass diese mit Spirituosen und Cocktails nicht wirklich viele Berührungspunkte haben. Dennoch wurde ich nach einem „exotischen“ Cocktail gefragt.

Naja und je nachdem wer fragt, hat „exotisch“ natürlich völlig unterschiedliche Bedeutungen. Für viele mag ein kräutrig-würzig-bitterer Drink wie beispielsweise der Six Inch Gold Blade ein ausgesprochen exotischer Vertreter sein. Im hier gemeinten Kontext bedeutete „exotisch“ jedoch tatsächlich das, was das Wort im cocktail-common sense meist bezeichnet: Südsee, Tropen, Sonnenschein. Also habe ich kurzerhand ein Rezept ausprobiert, welches ich durch Beachbum Berry’s empfehlenswertes Buch „Sippin‘ Safari“ kennengelernt habe. Der Drink hört auf den Namen Pina Paradise und wurde als „number one on the sip parade“ erstmalig im Jahr 1955 im Club Luau in Miami angeboten. Verglichen mit dem kalifornischen Westen erreichte die polynesisch-popkulturell überzeichnete Tiki-Welle den Osten (und dort insbesondere Florida) erst leicht verspätet, erfreute sich dann aber auch dort einer sehr großen Beliebtheit. Und der Pina Paradise war eben vor Ort ein sehr beliebter Drink.

Beim Namen mag man vielleicht kurz an die Pina Colada denken, aber – wie es die allermeisten wissen – ist hier lediglich der spanische Begriff für Ananas in beiden Namen zugegen. Der Pina Paradise ist jedenfalls genau das, was jemand erwartet, der einen Südseecocktail verlangt: fruchtig, erfrischend, süffig und dennoch mit einem gewissen Tiefgang. Und die perfekte Gelegenheit, einen schönen, weißen Rhum Agricole auch Leuten schmackhaft zu präsentieren, die sonst sicherlich von der Gattung überfordert wären (hier habe ich mich für den Clément Canne Bleue entschieden). So, nun aber genug der Worte, ich wollte mich heute ja mal kurz fassen.

Rezept „Pina Paradise“:

2,25 cl Goldener puerto-ricanischer Rum
2,25 cl ungereifter Martinique Rhum Agricole
1,5 cl Limettensaft
1,5 cl Grapefruitsaft
1,5 cl Orangensaft
0,75 cl Zuckersirup
2 Würfel Ananas (ca. 2,5 cm)
1 Dash Angostura Bitters
6 Tropfen Mandelextrakt

Zubereitung: Alle Zutaten in einem Mixer ohne Eis mixen, bis eine homogene Flüssigkeit entstanden ist. Schließlich den Inhalt des Mixer in einem Shaker kräftig auf Eis schütteln und ins vorgekühlte und mit gestoßenem Eis gefüllte Glas geben.

Glas: Tiki Mug (im Original eine ausgehöhlte Ananas)

Garnitur: Ananasblätter, gedörrte Orangenscheibe, eingelegte Kirschen (im Originalrezept: keine)

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

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