Kamehameha Rum Punch

Heute möchte ich einen Cocktail vorstellen, den ich persönlich sehr gerne trinke, der allerdings meist nicht unbedingt auf den ersten Plätzen seines Genres landet. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen bodenständigen Klassiker aus einem alten Cocktailschinken, sondern um einen Drink aus der meist ambivalent betrachteten Welt der Tiki-Drinks. Ein paar Jahre hat er dann allerdings schon auf dem Buckel.

Der Cocktail hört auf den programmatisch tiki’esken Namen „Kamehameha Rum Punch“. Und bevor irgendjemand dem gleichen Missverständnis aufsitzt, das ich bei ein paar Freunden zunächst aus dem Weg räumen musste: Dieser Cocktail hat nichts mit dem japanischen Mangacomic Dragon Ball Z zu tun. Während im Manga einige der Protagonisten irgendwelche halbmagischen Energiekugeln durch die Gegend schießen, während sie „Kamehameha“ rufen, ist der Kamehameha Rum Punch eigentlich nach einem Hotel benannt. Dieses wiederum ist natürlich nach dem berühmten ersten König von Hawaii, Kamehameha I. (auch Kamehameha der Große) benannt.

Als in den 1940er und 1950er Jahren in den USA die polynesisch inspirierte Popkulturwelle losrollte, die man gemeinhin unter dem Namen „Tiki“ zusammenfasst (wegbereitend waren hier v.a. Ernest Raymond Beaumont Gantt aka Don the Beachcomber und Victor Bergeron aka Trader Vic mit ihren „polynesischen“ Restaurants und Bars), hat es natürlich nicht lang gedauert, bis auch die Reisesehnsucht in die romantisch überzeichnete Welt der Polynesier sich Bahn brach. Allerdings fanden die großen Touristenwellen zu einer Zeit, als über die Aufnahme Hawaiis als 50. Bundesstaat der USA öffentlich viel diskutiert wurde, so gut wie nichts dessen auf den Inseln vor, was sie erwartet hatten. Die sichtbaren Kulturspuren der polynesischen Einwohner wurden bereits während des 19. Jahrhunderts so gut wie vollständig aus dem öffentlichen Bild getilgt und polynesisch inspirierter Bars und Restaurants wie auf dem Festland suchte man vergebens.

Natürlich dauerte es nicht lang, bis diese Marktlücke geschlossen wurde. Hier sind u.a. Grace Buscher und Gus Guslander als Gastronomenpaar sehr erfolgreich gewesen und haben ganze Reihen von Hotels eröffnet, u.a. auch das King Kamehameha in Kona, Big Island. Und vor dort stammt nun auch der Kamehameha Rum Punch, den ich durch ein Rezept „Beachbum Berrys“ kennengelernt habe (ich habe es nur minimal abgewandelt). Ich bereite ihn gern mit zwei verschiedenen Plantation Rums zu, dem „Three Stars“ und dem „O.F.T.D. Overproof“ (der anstelle eines jamaikanischen Rums im Originalrezept tritt).

Rezept „Kamehameha Rum Punch“:

3 cl Plantation „Three Stars“
3 cl Plantation „O.F.T.D. Overproof“
5,5 cl Ananassaft
1,5 cl Zitronensaft
2 Barlöffel Crème de Mure
1 Barlöffel Darbo Granatapfelsirup
1 Barlöffel Zuckersirup

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf den Plantation O.F.T.D. Overproof in ein mit gestoßenem Eis gefülltes Glas geben und verrühren. Zuletzt mit Plantation O.F.T.D. Overproof floaten.

Glas: Highball/Longdrink

Garnitur: Ananasblatt und zwei eingelegte Kirschen

Bezugsquellen:

Ansonsten im Fachhandel oder online.

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