Seelbach

Seelbach

Zugegeben, es gibt eine Cocktailkategorie, an die ich mir nur sehr selten heranwage, weil sie für den Heimbereich einfach ziemlich unpraktisch ist. Es sei denn, man hat Gäste. Die Rede ist von den Schaumwein- oder Champagnercocktails. Dabei bilden diese Drinks eine feste Säule in der Geschichte der Bar. Dennoch: Das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die eigenen vier Wände ist einfach nicht besonders gut. Aber man kann ja etwas tricksen.

Eine Flasche Champagner guter Qualität kostet bereits eine beträchtliche Summe und so verwundert es nicht, dass man so eine Flasche nicht mal eben so öffnet, wenn man nicht weiß, ob man sie noch am gleichen Abend oder spätestens den nächsten Tagen trinkt. Bei einem feierlichen Anlass mag das natürlich noch etwas anders aussehen, doch auch hier wird Champagner meist pur serviert. Glücklicherweise kann man durchaus auch zu weniger prestigeträchtigen, dafür aber qualitativ durchaus konkurrenzfähigen Produkten, wie z.B. einem Crémant, greifen. Um die richtige Sorte herauszufinden, bedarf es u.U. natürlich ein wenig Beratung und Erfahrung.

Der heutige Cocktail, der Seelbach Cocktail, stammt ursprünglich aus dem Seelbach Hotel in Louisville, Kentucky. Zwar geriet er über lange Zeit in Vergessenheit, wurde aber in den 1990er Jahren wiederentdeckt und genießt heute vor allem einen Ruf als anspruchsvoller Cocktail für Kenner. Das liegt weniger am elitaristischen Anspruch des Champagners als vielmehr an der Kombination der Zutaten: Zum Champagner gesellen sich Bourbon, Cointreau, Angostura und Peychaud Bitters (letztere in etwas größerer Menge als gemeinhin in Cocktails üblich). Das resultierende Aromenspiel ist sehr komplex, herbe und bittere Noten dominieren bei kaum vernehmbarer Süße. Doch wer sich auf die Gaumenerfahrung einlässt, dem winkt ein sehr ungewöhnliches Geschmackserlebnis, das seinesgleichen sucht.

Rezept:

3 cl Bourbon Whiskey
1,5 cl Cointreau
7 Dashes Angostura
7 Dashes Peychaud Bitters

Champagner oder Crémant

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf den Champagner im vorgekühlten Glas miteinander verrühren und mit Champagner auffüllen.

Glas: Champagner oder Cocktailschale

Garnitur: Orangenzeste

Bezugsquellen: Alle Zutaten finden sich in gut sortierten Supermärkten oder natürlich online.

3 thoughts on “Seelbach

  1. Hallöchen,

    wieder mal ein schöner Artikel. Deine regelmäßigen Rezepte oder Empfehlungen gefallen mir immer sehr gut.

    In diesem Artikel sprichst du etwas an, was mir schon seit einiger Zeit durch den Kopf geistert: Man hat eine verderbliche Zutat, die für mehr als einen Cocktail reicht. Da böte es sich ja an, verschieden Cocktails mit der gleichen mehr oder weniger verderblichen zutat zuzubereiten. in diesem Fall Champagner. Aber es gibt ja auch noch Grapefruit oder Orangensaft, Ananassaft, Portwein, Sherry, Eiweiß/Eigelb etc.

    Meinst du es wäre möglich, eine kleine Übersicht mit den besten Champagner-, Sherry-, Grapefruit- oder Orangensaft-Rezepten (ließe sich beliebig erweitern) zu veröffentlichen? Oder hälst du das für eine blöde Idee?
    Ich habe hier dummerweise eine lose Blättersammlung auf die ich meine Rezepte schreibe. Falls überhaupt, sind die nach Basisspirituose geordnet, also für dieses Problem nicht geeignet.
    Wenn ich also frische Orangen habe, komme ich meist nur auf Chocolate Sour oder Blood & Sand.

    Ist jetzt ein langer Text geworden. War auch nur eine Idee. Du kannst es ja mal als Anregung verstehen.

  2. Hallo Edgar,

    zunächst einmal vielen Dank für die Blumen. Die von Dir angesprochene Thematik ist sicherlich mehr als eine Überlegung wert. Im Grunde denke ich schon länger darüber nach, die Rezepte nach bestimmten Kategorien zu sortieren, doch das ist leider gar nicht mal so einfach. Zum einen überschneiden sie sich in mehrerlei Hinsicht immer mal wieder und zum anderen stoße ich auch hier an meine technischen Grenzen.

    Im Hinblick auf eine Übersicht mit den besten Rezepten zu bestimmten Zutaten kann ich also im Moment vor allem auf die Suchfunktion oben in der Menüleiste verweisen. Dort spuckt Dir die Datenbank auch bei der Eingabe einzelner Zutaten im Idealfall alle bislang veröffentlichten Rezepte aus. Mit der Zeit werden sich so auch bestimmte Zutaten immer häufiger finden und beispielsweise die Zahl der Champagnercocktails wachsen.

    Der Blood & Sand ist übrigens ein Cocktail, den ich sehr gerne trinke. Wenn Du mal ein wenig zur Weihnachtszeit mit Mandarinen herumexperimentieren willst, kann ich Dir nur wärmstens den Chocosnaps med Klemetin empfehlen (http://galumbi.de/blog/2015/01/16/chocosnaps-med-clementin/)! Auch wenn die Zubereitung leider bereits eine Woche im Vorfeld begonnen werden muss, ist er wirklich ein perfekter Advents- und Weihnachtscocktail.

  3. Pingback: Bishop | Galumbi

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