Pure Spirits: Deadhead Mexican Rum

Deadhead

Heute gehts um eine ziemlich gruselige Spirituose: Den Deadhead Rum aus Mexiko. Gruselig ist hierbei allerdings nicht die Qualität, sondern die Erscheinung der sehr auffälligen Flasche, die an einen Schrumpf- oder Totenkopf oder eine Mumie erinnert. Das Flaschendesign ist natürlich ein Marketinggag, der allerdings nicht ganz so sinnlos ist, wie es vielleicht zunächst erscheinen mag: In Mexiko haben Totenköpfe durchaus eine sehr große und mitunter sogar farbenprächtige Tradition.

Vor dem Hintergrund der aztekischen Vergangenheit des Landes mit ihren mitunter blutig-düsteren Kultelementen und Ritualen hat sich der Totenkopf in eine folkloristische Symbiose mit der tief verwurzelten Religiosität vieler Landesbewohner begeben. Der Día de los Muertos ist ein sehr wichtiger Gedenkfeiertag zu Ehren der Toten. Die Bräuche an diesem Tag variieren dabei sehr stark in regionaler Hinsicht. Totenköpfe und Skelette finden sich allerdings fast überall in mannigfaltiger Form und werden oft sehr kontrastreich mit Blumen und bunten Farben verziert. Die Macher des Dead Head Rum setzen dabei voll auf die sehr aufmerksamkeitswirksame Karte dieser Todesdekorationen.

Ein wenig steht das Design aber auch für den Inhalt der Flasche, denn beim Deadhead Rum hat man es nicht mit einem typisch süßen Rum zu tun, sondern eher mit einem herb-würzigen Destillat, das durch die sechsjährige Reifung in ehemaligen Cognac-, Whiskey-, Sherry- und Bordeauxfässern viel stärkere Bitternoten mitbekommen hat, als dies bei Bourbonfass gelagerten Vanillebomben der Fall ist. Zudem handelt es sich beim Deadhead um einen Blend aus Melasserum und Rum aus Zuckerrohrsaft (wie der Rhum Agricole). Gerade letzterer verleiht dem Endprodukt eine gewisse Frische und Spritzigkeit.

Tasting Notes:

Nase: Volle Gewürze bei deutlich schwächerer Vanille; Nelken, Zimt oder Muskat treffen auf eine gewisse „grüne“ Note aus dem Zuckerrohrsaftrum; ein wenig Röstkaffee

Geschmack: Auch hier spürt man den Zuckerrohrsaftrum, der sich mit den schweren Noten der Melasse vermischt. Würzig, kräftig, herb (ein wenig unreife Frucht) bei eher schwacher Süße; zudem Assoziationen von leichtem Rauch

Abgang: mittellang und herb

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