Gin Inside (Buchrezension)

Kürzlich erreichte mich ein Paket mit einem Buch darin. Das ist zunächst einmal nicht weiter ungewöhnlich, allerdings handelte es sich dabei um ein Buch, welches mir zu Rezensionszwecken zugesandt worden ist – ein Feld, in dem ich mich normalerweise nicht sonderlich betätige. Zwar habe ich hier im Blog schon einmal ein Buch vorgestellt, bei diesem habe ich jedoch selbst als Autor mitgewirkt. Diesmal verhält sich dies allerdings etwas anders. (zugesandtes Testprodukt)*

Die Autoren des Buches, auf das ich hier heute einen etwas näheren Blick werfen möchte, traten zwar im Vorfeld der Veröffentlichung auch an mich heran, allerdings habe ich aus zeitlichen und v.a. familiären Gründen (denn ich bin erst kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden) hier nicht in dem Maße mitwirken können, wie es ansonsten vielleicht möglich gewesen wäre. Dennoch möchte ich natürlich an dieser Stelle meinen Dank für die Zusendung des Testexemplars aussprechen und gerne darüber einige Zeilen aufs imaginäre Papier bringen.

In Zeiten, in denen auf den seit Jahren andauernden Abgesang auf den Gin bereits auch immer öfter der Abgesang auf eben diesen Abgesang angestimmt wird, mutet es immer etwas couragiert und merkwürdig an, ein weiteres Buch über die Materie zu veröffentlichen. Andererseits ist es aber eben auch nur konsequent gedacht, denn die oft als solche beschriebene „Gin-Blase“ will eben einfach nicht platzen. Und wo eine Nachfrage ist, da ist eben auch ein Angebot.

„Gin Inside“ – so lautet der Titel des Gin-Buches, welches eine „inspirierende Reise durch die Welt der Gin & Tonic Marken – mit Rezepten, Tipps & Trends“ bieten soll. Herausgegeben und zusammengetragen von den beiden Start-Up-Gründern Victor Hochheiden und Tom Channir, bietet das Buch zunächst einmal einen interessanten Überblick über Geschichte, Herstellungsverfahren, Klassifizierungen und natürlich zahlreiche Ginsorten. Allerdings beschränken sich die Herausgeber hierbei auf Gins, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind (und zu denen sie eine gewisse, persönliche Beziehung aufbauen konnten). Was mir persönlich gut am Buch gefällt, ist neben dem wirklich gelungenen Layout und Design der Nachschlagecharakter, wenn man denn mehr über eine bestimmte Ginsorte wissen möchte oder sich selbst Inspirationen holen möchte.

Diese Inspirationen machen auch vor einem Bereich nicht Halt, der für mich persönlich auch sehr spannend ausfällt, nämlich dem Kochen mit Gin. Neben einem (vielleicht für meinen persönlichen Geschmack etwas zu kurz geratenen) Kapitel über Gin-Cocktails enthält „Gin Inside“ nämlich auch ein eigenes Kapitel über den Einsatz von Gin in der ambitionierten Küche. Wer aber vor allem für Gin & Tonics brennt und hierzu Tipps, Anregungen und Hintergrundinformationen sucht, für den ist das Buch definitiv eine Empfehlung.

Einen kleinen Schwachpunkt sehe ich im nicht immer ganz erfüllten Anspruch des Buches „tiefer zu graben“ (vgl. S.10), denn mitunter kratzen die Ausführungen dann doch nur an der Oberfläche. So heißt es beispielsweise zur Kategorie des Bathtub-Gins:

„Dafür brauchte es nicht viel – nur ein wenig Experimentierfreude und eben eine Badewanne. Geschmacklich ist er natürlich von den heutigen Gin-Sorten weit entfernt und man verzichtet bei der Herstellung auf eine Badewanne“. (S.25)

Hier wusste ich nach dem Lesen nicht so recht, ob eigentlich von historischen Bathtub-Gins oder heutigen gesprochen wird. Bzw. was an der Herstellung in der Badewanne damals schwierig war, heute aber auch noch irgendwie (und obwohl man auf diese verzichtet, der Gin dennoch weit entfernt von anderen sei). Naja, hier wurde sicherlich einfach nur ungeschickt formuliert. Dennoch: für den „Nerd“, der schon fortgeschritten in der Materie ist, ist dieses Buch vielleicht nicht primär geschrieben worden. Dennoch findet auch ein „alter Hase“ hier natürlich eine hübsche Möglichkeit, Informationen zum ein oder anderen Gin griffbereit zu haben.

Unterm Strich hat mir das Lesen des Buches durchaus Freude bereitet und insbesondere in der Küche werde ich wohl bald einmal die Flasche Gin neben den Kochtöpfen platzieren und ein wenig herumexperimentieren. Mal sehen, wie gut meine Kochkunst noch werden kann, wenn demnächst in meinen Gerichten „Gin Inside“ ist.

Bezugsquellen: Gin Inside ist im VT Verlag erschienen und kostet 29,99€. (ISBN-10: 3982053005 | ISBN-13: 978-3982053004)

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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