Pure Spirits: Luxardo Amaro Abano & Aponus Sour

Und heute geht es einmal mehr bitter-würzig weiter, denn es geht mal wieder um einen italienischen Amaro, auf den ich im Vorfeld sehr gespannt war. Der Amaro Abano aus dem Hause Luxardo erfreut sich durchaus eines beachtlichen Renommees und wurde mir bereits von mehreren Seiten als grundsolider und vielseitiger Vertreter seines Genres empfohlen. Was er kann und was ich mit ihm angestellt habe, erfährt man weiter unten. (zugesandtes Testprodukt)*

Über das Haus Luxardo und seine dalmatische Geschichte und den Umzug nach Venetien (genauer nach Padua) berichtete ich bereits in meinem Artikel über den Luxardo Bitter und einen sehr zu empfehlenden Twist auf einen zeitlosen Sommerklassiker – den Thyme for a Spritz! Habe ich dort noch einige Worte über die umstrittene Zugehörigkeit der roten Bitters zu den Amari verloren, so steht bei der heutigen Flasche bereits eindeutig im Namen zu erkennen, dass es sich tatsächlich unstrittig um einen klassischen Amaro handelt. Der Namenszusatz Abano ist hingegen an die Abano Terme angelehnt, ein bereits seit vorrömischen Tagen bekanntes Heilbad in den Euganeischen Hügeln in der Provinz Padua. Man spielt also gewissermaßen die regionale Karte und bleibt somit der eigenen Linie treu.

Was aber ist der Amaro Abano? Es handelt sich um einen Bitterlikör, der mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Der Hersteller verrät nur, dass es sich um einen durch Kräuterinfusion hergestellten Likör handelt, der mit Kräutern und Gewürzen wie Kondurango, Kardamom, Zimtrinde, Bitterorangenschalen und Chinarinde aufwartet. Abgefüllt wird schließlich mit 30% vol.

Tasting Notes:

Aroma: Erdig, kräutrig und mit einer verheißungsvollen Süße trumpft der Amaro Abano auf, Kardamom, Zimt und Orangenschalen sind ebenso zu erkennen wie die Chinarinde, Assoziationen von Nelken und Piment kommen auf.

Geschmack: Geschmacklich fällt der Amaro Abano nicht zu bitter aus, eher überwiegt eine gewisse Süße, die sehr schön die kräutrig-würzigen Aromen zum Gaumen trägt. Auch hier sind Kardamom, Zimt und Orange die dominantesten Nuancen, Piment- und Nelkenanklänge sind aber auch wieder mit von der Partie. Die Bitterkeit ist hintergründig dauerhaft vorhanden und bringt auch hier erdige Töne mit ein.

Abgang: trocken mit Gewürzen und bitteren Orangenschalen

In puncto Cocktail habe ich mich für etwas Besonderes entschieden: Der Aponus Sour (die Römer nannten die Abano Terme Fons Aponi, was Quelle des Gottes Aponus bedeutet) unterlegt das schöne Aromenprofil des Amaro Abano mit einem Sirup aus rauchigem Lapsang Souchong-Tee, welches zusammen dieser Boston Sour-Variante auf Rye Whiskey-Basis das gewisse Etwas verleiht. Funktioniert hervorragend und setzt geschmacklich ein rauchig-würziges Ausrufungszeichen!

Rezept „Aponus Sour“:

4,5 cl Rye Whiskey
2 cl Amaro Abano
2,5 cl Zitronensaft
2,5 cl Lapsang Souchong-Sirup (s.u.)
1 Eiweiß

Lapsang Souchong-Sirup: einen kräftig rauchigen Lapsang Souchong-Tee aufbrühen (etwas mehr Tee als für den Purgenuss verwenden) und zu gleichen Teilen mit Zucker in einer Pfanne auf schwacher Hitze aufkochen, Hitze redzieren und köcheln lassen, bis eine sirupartige Konsistenz entstanden ist.

Zubereitung: Alle Zutaten in einen Shaker geben und zunächst ohne Eis einem „Dry Shake“ unterziehen. Schließlich nochmals kräftig mit Eiswürfeln schütteln und ins vorgekühlte Glas abseihen.

Glas: Coupette

Garnitur: Etwas Lapsang Souchong-Tee auf dem Eiweißschaum

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online (Lapsang Souchong-Tee bekommt man auch in Asia-Märkten)

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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