Pure Spirits: Plantation Vintage Edition Peru 2004 & Peruvian Rum Swizzle

Dass Rum nicht nur in der Karibik hergestellt wird, sondern zunehmend rund um den Erdball verteilte Herstellerländer sich anschicken, auf dem großen Markt für Zuckerrohrdestillat mitzumischen, ist längst kein großes Geheimnis oder Insiderwissen mehr. Manchmal wird Rum gar als die „globalste“ aller Spirituosen bezeichnet, die gleichsam aber auch die chaotischste ist (aufgrund der vielen Unterschiedlichen Rechtsregularien und schwer umreißbaren Kategorien). Rum aus Mittel- und Südamerika gilt dabei fast schon als völlig normaler Mainstream. (zugesandtes Testprodukt)*

Allerdings haftet inzwischen gerade dem südamerikanischen Rum ein etwas zweifelhafter Ruf in puncto Zusatzstoffe und nachträglicher Zugabe von Zucker an. Einstige Sterne am Rumhimmel wie z.B. der guatemaltekische Ron Zacapa sind in den Augen vieler Rumfreunde kometenartig herabgestürzt, auch wenn die totalen Verkaufszahlen immer noch ansehnlich sind. Ein Land, welches den meisten allerdings nicht sofort in den Sinn kommt, ist das Land Peru. Zwar werden die beiden Rums Ron Cartavio und Ron Millonario dort hergestellt (letzterer verrät dabei nicht, aus welcher Destille er stammt), doch wirkliche Branchengiganten sind beide Marken nicht. Umso interessanter und verlockender erscheint vor diesem Hintergrund die neue Abfüllung aus der Plantation Vintage Edition: der Plantation Peru 2004. Zu meiner großen Freude wartet die Neuerscheinung mit einer neu gestalteten Verpackung auf (genau wie der ebenfalls neu erschienene Plantation Vintage Edition Fiji 2009, über den ich auch noch zeitnah berichten werde). Diese Neugestaltung ist dabei nicht etwa eine rein ästhetische Entscheidung, nein, man setzt ganz offensichtlich auch noch mehr auf Transparenz. So erfährt man neben den üblichen Informationen über die Fassreifungen und das Destillationsjahr auch, aus welcher Destille der jeweilige Rum stammt. Vielleicht hat man im Hause Plantation sich hier auch ein wenig an der innerfranzösischen Konkurrenz von Compagnie des Indes orientiert. Wer zudem weitere Informationen erhalten möchte, erfährt auf der Webseite des Herstellers zudem, dass für diese Flasche 12g Zucker pro Liter zugegeben wurden (ein noch relativ vertretbarer Wert). Doch im Hause Plantation war man hier auch in der Vergangenheit relativ auskunftsfreudig.

Aber eines nach dem anderen. Der Plantation Vintage Edition Peru 2004 stammt aus der Brennerei „Destilerias Unidas S.A. de Peru“ in der Hauptstadt Lima. Es ist zumindest bekannt, dass man hier auch für den Ron Cartavio verantwortlich zeichnet (und wer weiß, ob man nicht auch den Ron Millonario dort brennt). Der Rum reifte im Herstellerland für zwölf Jahre in ehemaligen Bourbon und „Slovenian Casks“ (gemeint sind Fässer aus slowenischer Eiche, die gemeinhin in der Weinherstellung zum Einsatz kommen) und anschließend – wie in der Plantation Vintage Edition üblich – für zwei Jahre in Frankreich in ehemaligen Cognacfässern. Abgefüllt wird mit einer Trinkstärke von 43,5% vol.

Wie aber schmeckt nun dieser Peruaner?

Tasting Notes:

Aroma: Eine sehr aromatische und ansprechende Facettenvielfalt zeigt sich hier in der Nase. Ich vernehme frisches Obst mit grünlichen Noten (Äpfel, unreife Bananen), dazu tatsächlich Mango und Zitrusfrüchte, etwas Kandiszucker und Gewürze (Zimt, Muskatnuss und definitiv Vanille). Ein fruchtiger Rum mit erkennbar ausbalancierendem Eicheneinschlag.

Geschmack: Ein sehr schöner und wohlgefälliger Rum ist das! Die offizielle Geschmacksbeschreibung spricht von Kuchenteig und tatsächlich kann ich mich dem anschließen (und wer liebt keinen Kuchenteig?). Vanille, Karamell und Trockenfrüchte gehen über in eher frischere Nuancen von Zitrusfrüchten und Mango. Auch ein leichter Rauch ist zugegen. Ein komplexer, gekonnt ausbalancierter Rum, der Lust auf den nächsten Schluck macht.

Abgang: lang anhaltend, mit Eiche und Früchtekompott

Zwar wurde ich in der Vergangenheit eigentlich nie von den Plantation Rums enttäuscht (insbesondere von der Vintage Edition – aus dieser habe ich bereits in der Vergangenheit den Panama 2004, den Barbados 2002, den Trinidad 2003, den Jamaica 2002 und den Guyana 2005 rezensiert), doch diesmal muss ich noch einmal ausdrücklich hervorheben, wie schön ausbalanciert und aromatisch dieser Rum daherkommt. Er gefällt mir wirklich ausgeprochen gut. Als Cocktail für diesen sehr schönen Rum habe ich mich für eine Spielart des Rum Swizzle entschieden und ihn Peruvian Rum Swizzle getauft. Der Peruvian Rum Swizzle greift die sehr schönen Frucht und Gewürznoten des Rums auf, unterlegt sie mit etwas Falernum (hier habe ich zum Amber Falernum gegriffen) und einigen typischen peruanischen Fruchtaromen: Mango, Limette, Papaya und etwas Tamarinde, abgerundet mit einem Dash Peach Bitters. (Mango- und Papayasaft stelle ich selbst im Entsafter her. Im Einzelhandel erhält man diese Säfte zwar auch aus Flasche oder Tetrapak, dabei handelt es sich jedoch um mitunter stark gesüßten „Nektar“, in diesem Fall ist kein zusätzlicher Zuckersirup im Rezept nötig.)

Rezept „Peruvian Rum Swizzle“:

6 cl Plantation Vintage Edition Peru 2004
1,5 cl Falernum
2 cl Limettensaft
1,5 cl Mangosaft
1 cl Papayasaft
2 Barlöffel Tamarinde (s.u.)
0,5 cl Zuckersirup (bei Verwendung von Mango- und Papaya“nektar“ weglassen)
1 Dash The Bitter Truth Peach Bitters
2-3 Dashes Angostura Bitters

Tamarinde: Da Tamarindenpaste für den Cocktailgebrauch ein wenig „glatt gerührt“ werden sollte, einfach die gewünschte Menge an Tamarindenpaste mit der gleichen Menge heißem Wasser vermengen und glatt rühren.

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf die Angostura Bitters in ein zu zwei Dritteln mit gestoßenem Eis gefülltes Glas geben und mit einem Swizzlestick (alternativ einem möglichst breiten Barlöffel) zwischen den Handflächen „swizzeln“. Zuletzt mit zusätzlichem gestoßenem Eis auffüllen und 2 bis 3 Dashes Angostura Bitters obenauf geben.

Glas: Tiki Mug oder Collins

Garnitur: Limettenscheibe, Minze

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online.

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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