Pure Spirits: GINSTR Stuttgart Dry Gin

Wenn in diesen Tagen ein Dortmunder etwas über Stuttgart schreibt, dann hat das in den meisten Fällen wahrscheinlich mit Fußball zu tun. Und in 90% dieser Fälle geht es dann irgendwie um Kevin Großkreutz. Und auch wenn ich mich jetzt zumindest damit rühmen kann, es irgendwie halbwegs sinnvoll geschafft zu haben, den Namen Kevin Großkreutz in einem Cocktailblog zu erwähnen, geht es natürlich heute weder um Fußball noch um besagten Spieler. (Zugesandtes Testprodukt*)

Stattdessen geht es mal wieder um einen Gin aus deutschen Landen. Und dieser Gin hat nun einmal unverkennbar mit Stuttgart zu tun, denn hier wird von Anfang an voll auf Lokalpatriotismus gesetzt (STR ist der internationale Flughafencode Stuttgarts). Hinter dem Produkt stehen zwei Neulinge im Destillierhandwerk: Markus Escher, dessen Familie das Weingut Escher in Schwaikheim (nordöstlich von Stuttgart) betreibt und der SWR-Moderator und DJ Alexander Franke. Letzterer war mir zwar nicht vorher bekannt, aber ich muss auch gestehen, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie in Stuttgart gewesen bin. Insofern fühle ich mich bei diesem Artikel natürlich ein wenig zerknirscht, denn ich bin sicherlich der völlig Falsche, um den „Spirit“ hinter dem Produkt adäquat rüberzubringen.

Deshalb konzentriere ich mich auch gleich schnell auf die inneren Werte des GINSTR Stuttgart Dry Gin: Bei den Zutaten für den Gin bemüht man sich, ebenfalls regionale Produkte einzusetzen. Da Stuttgart aber eben nicht alles bietet, was für einen soliden Gin benötigt wird, verweist man hier darauf, dass zumindest alle Produkte von regionalen Händlern aus der Stuttgarter Markthalle stammen. Der GINSTR setzt auf die stolze Zahl von 46 verschiedenen Botanicals, wovon das Jungunternehmen neben dem obligatorischen Wacholder Rosmarin, Kardamom, Koriander, Süßholz, Kaffirlimettenblätter, Orangenblüten, Hibiskusblüten und Granatapfelkerne nennt. Zumindest mir ist bisher noch kein Gin untergekommen, der Granatapfelkerne als Botanical anführt, insofern ist hier sogar eine kleine Innovation vorhanden. Alles in allem liefert man einen mit 44% vol. abgefüllten Dry Gin und reiht sich ein in die Welle junger Ginveröffentlichungen der letzten Jahre. Mit der Stuttgarterlokalkarte kriegt man mich jetzt aus genannten Gründen nicht unbedingt, aber vielleicht ja mit der geschmacklichen Seite:

Tasting Notes:

Aroma: Der GINSTR startet zitronig-waldig mit Zitronenschalen, einem Hauch Limette, Tannennadeln und Pinienzapfen, Rosmarin, Wacholder und dazu etwas Piment. Mit der Zeit kommen auch wärmere Töne zum Vorschein: Orange, blumige Noten (vielleicht der Hibiskus), etwas Anis und ein Hauch Nelke. Vielschichtig, eher zitruslastig und komplex. Ein ordentlicher New Western Dry Gin.

Geschmack: Auch am Gaumen staret der GINSTR würzig und zitronig. Die Pinienzapfen und der Rosmarin sind da, Zitronen- und Limettenschalen, die 44% vol. zeigen sich dabei schon etwas am Gaumen und mit der Zeit bahnen sich auch hier Orangen und Gewürze ihren Weg.

Abgang: trocken, würzig, mittellang

Ich könnte mir den GINSTR in einem G&T z.B. gut mit einem Mediterranean Tonic von Fever Tree vorstellen, insbesondere der Rosmarin würde hier sehr gut anknüpfen.

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online. Eine Flasche (0,5l) kostet ca. 30 Euro.

*(Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.)

2 thoughts on “Pure Spirits: GINSTR Stuttgart Dry Gin

  1. Ich habe den GINSTR auf der 0711Spirits probiert und als Bewohner des Raumes Stuttgart auch gekauft. Laut dem Hersteller soll der GINSTR ein Mainstream- Gin sein und jedem schmecken. Außer dem lokalen Bezug bleibt leider nichts außergewöhnliches übrig.

    • Lokalpatriotische Gins haben eben auch ein Publikum. Aber ich verstehe schon, was Du meinst. Er ragt nicht wirklich aus der Masse der Mainstreamgins heraus, ist aber solide, wie ich finde.

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