Pure Spirits: Tonka Gin

Tonka Gin

Würde ich den Anspruch verfolgen, sämtliche Ginneuerscheinungen hier vorzustellen, hätte ich vermutlich schon längst kapituliert. Dafür reichen meine Schreibfrequenz und die mir fürs Bloggen zur Verfügung stehende Zeit bei weitem nicht aus. Trotzdem: Ab und an stelle ich hier gerne einen Gin vor, zumal natürlich, wenn er mir sehr gut schmeckt. Dies ist beim heutigen Tonka Gin definitiv der Fall!

Mit der Tonkabohne bzw. der „Geschmacksrichtung Tonka“ bin ich allerdings nicht im Zusammenhang mit Spirituosen erstmalig in Berührung gekommen, sondern mit Speiseeis. In meiner unmittelbaren Nähe gibt es eine wirklich sehr gute Eisdiele namens I am Love, die in regelmäßigen Abständen eine Tonkaeiscreme im Angebot hat. Mir schmeckt besonders diese ausgeprägte Vanillenote, die die Tonkabohne auszeichnet. Intensiver, würziger und ein wenig herber als herkömmliche Vanille, aber gerade das hat mir unglaublich gut gefallen, so dass ich quasi jedes Mal, wenn diese Eissorte im Angebot ist, eine Kugel davon nehme. Umso größer war meine Freude, als ich davon erfuhr, dass nun auch ein Gin mit diesem Aroma auf den Markt kommt. Das ist zwar schon bald 2 Jahre her, aber bislang bin ich einfach nicht dazu gekommen, den Tonka Gin hier vorzustellen.

Der Tonka Gin entstand aus einer Urlaubserfahrung des Hamburgers Daniel Soumikh, dem man etwas Tonkabohne über einen Gin & Tonic rieb. Offenbar vom Geschmackszusammenspiel begeistert, beschloss Soumikh einen eigenen Tonka Gin auf den Markt zu bringen. Zusammen mit 22 anderen Botanicals wird der Tonka Gin in der Schwechower Brennerei in Mecklenburg-Vorpommern destilliert.

Übrigens: Aufgrund des Verdachts, evtl. krebserregende Inhaltsstoffe aufzuweisen, ist die aus Südamerika stammende Tonkabohne in den USA verboten.

Verkostung

In der Nase musste ich zunächst kurz nach der mir vertrauten Tonkanote suchen, fand sie dann aber hinter einer ordentlichen Ladung Wacholder auch, wo sie eher subtil und wenig aufdringlich im Hintergrund bleibt. Würzige Vanille ist zu vernehmen und auch einige feine Zitrusschalen kann ich herausriechen.

Geschmacklich ist der Tonka Gin dann durchaus kraftvoll und wacholdertönig, aber mit einem spürbaren zusätzlichen „Touch“ von Tonkabohne. Die würzige vanilleähnliche Bohne verleiht dem Tonka Gin ein mich sehr ansprechendes Profil, welches ich auch in einem Gin & Tonic ausprobieren musste.

Tonka Gin & Tonic

Zusammen mit einem klassischen Fever Tree Tonic Water ist dieser Gin & Tonic wirklich einer, der mir schmeckt. Die Tonkanoten kommen auch hier sehr schön durch und geben dem Gin & Tonic insgesamt eine sehr ungewöhnliche und schöne Zusatznote. Auch hier könnte man natürlich etwas Tonkabohne über den Drink reiben oder ihn mit einer Vanillestange garnieren. Ich habe aber schlicht eine Orangenzeste genommen, um ihn ein wenig frischer zu machen. Eine Kombination, die ich allerdings eher für die Weihnachtszeit empfehlen würde.

Tonka Gin & Tonic

Vereinzelt bin ich in den letzten Monaten immer mal wieder über eher negative Rezensionen zum Tonka Gin gestoßen. Dort wurde er meist als zu scharf, zu einseitig o.ä. beschrieben. Ehrlich gesagt kann ich das nicht wirklich nachvollziehen. Mir schmeckt dieser Gin wirklich außerordentlich gut. Aber ich mag auch den Jinzu Gin sehr gerne, auch wenn dieser ebenfalls oft Gegenstand von kritischen Bewertungen ist. Sicherlich, die Werbekampagne beider Gins ist durchaus groß angelegt und manches Mal vielleicht auch etwas penetranter, aber das sollte mich bei meinem Urteil nicht beeinflussen.

Bezugsquellen: Der Tonka Gin ist im Fachhandel oder online erhätlich, z.B. hier.

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