Rusty Nail

Rusty Nail

Es gibt bestimmte Spirituosen, mit denen man unweigerlich einen ganz bestimmten Cocktail verbindet. Manchmal tut man ihnen damit auch ein wenig unrecht, denn nicht immer lassen sie sich ausnahmslos in diesem einen Drink verwenden. Trotzdem hat die Geschichte dazu geführt, dass Drink und Spirituose unzertrennlich sind. Genau das ist der Fall bei Drambuie und dem Rusty Nail.

Drambuie ist ein schottischer Likör aus Scotch Whisky, Honig und verschiedenen Kräutern. Obwohl man ihn hinter der Bar eher selten antrifft, kann man mit einem Drambuie durchaus eine Menge anfangen, denn seine Aromatik ist relativ einzigartig und kann in vielen Rezepten einen interessanten Süßungspart übernehmen. Doch kaum ein Drink ist so eng mit dem Drambuie verbunden wie der Rusty Nail. Während die Geschichte des Drambuie stark schottisch geprägt ist und davon erzählt, dass das Rezept des ursprünglich königlichen Likörs von Charles Edward III. Stuart an einen Mitstreiter nach einer Schlacht aus Dank verschenkt wurde, ist der Rusty Nail aller Wahrscheinlichkeit nach eine amerikanische Erfindung. Doch auch das ist nicht gänzlich gesichert und von vielen Legenden umrankt. Einige davon wurden z.T. gezielt von der Drambuie-Marketingabteilung gestreut, um den Likör im Kielwasser des berühmten Cocktails weiter zu promoten. Darunter fällt z.B.  die Legende der beiden Brüder Rusty und Dusty Nail, die im Streit über die Urheberschaft des Drinks ein Pistolenduell im Jahre 1799 ausgefochten haben sollten.

(Quelle: Spy Magazin, November 1990, S.33)

(Quelle: Spy Magazin, November 1990, S.33)

Andere wissen zu erzählen, dass schottische Barkeeper angeblich vor ungeliebten amerikanischen Kunden den Cocktail mit rostigen Nägeln umgerührt hätten. Wahrscheinlich ist jedoch, dass der Cocktail sich in den 1950er Jahren in den USA allmählich durchsetzte, nachdem er bereits 1937 von einem Barmann namens F. Benniman erfunden worden sein soll, sich aber noch nicht sofort etablieren konnte. Den Namen verdankt der Drink offenbar seiner leichten Rosteinfärbung und dem rauchigen, oft als recht stark und streng empfundenen Aroma, welches man auch ein wenig mit einem rostigen Nagel assoziieren kann.

Aromatisch ist der Drink aber tatsächlich eine sehr runde Sache und vielleicht auch mal ein Versuch für all diejenigen wert, denen Islay Scotch Whisky pur zu stark oder intensiv ist. Denn im Rusty Nail verbinden sich der rauchige Charakter eines Scotch sehr gekonnt mit den vollmundig-süßen Noten des Drambuie. Eine rauchig-würzige Offenbarung. Und das alles so schlicht.

Zwar ist kein bestimmter Scotch für die Zubereitung vorgeschrieben, ich schließe mich aber einer unbestimmten Mehrheit an und propagiere die Verwendung eines sehr rauchigen Whiskys. Meist verwende ich einen 12-jährigen Bowmore, oder, wenn es mal besonders rostig – ähm – rauchig ausfallen soll, einen 10-jährigen Laphroaig, ein guter Blend tut es aber auch.

Rusty Nail

Rezept:

4 cl Scotch Whisky (ich bevorzuge definitiv einen rauchigen Scotch)
2 cl Drambuie

Zubereitung: Zutaten im vorgekühlten Glas auf Eiswürfeln verrühren.

Glas: Tumbler

Garnitur: keine (auch wenn manche einen rostigen Nagel daneben legen, umrühren sollte man damit aber wirklich nicht.)

Bezusgquellen: In gut sortierten Supermärkten sollten sich bereits alle Zutaten finden lassen.

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