Storm on Earth

Storm on Earth

Im Laufe der Geschichte haben sich zahlreiche Spielarten der Cocktails herausgebildet. Von den meist sehr schlichten historischen Wurzeln bis hin zum Pendant flüssiger Sterneküche. Das heißt natürlich nicht, dass moderne Cocktails zwangsläufig ausgefallene Extravaganz bieten. Zum einen erfreuen sich manche Klassiker einer zeitlosen Nachfrage und auch heute noch werden oft schlichte Drinks kreiert, die ihren Mangel an ausgefallenen Zutaten durch Raffinesse wettmachen. Der heutige Drink ist jedoch keiner dieser Drinks. Er fährt gleich eine ganze Wagenladung voll Gedöns und Extravaganz auf.

Der Storm on Earth ist ein Drink, den ich durch die sehr empfehlenswerte Videoreihe Local Flight kennengelernt habe. Moderator Shawn Thomas führt in dieser Reihe durch eine Reihe verschiedener Bars in verschiedenen Staaten der Vereinigten Staaten und probiert in Zusammenarbeit mit Grey Goose-Wodka Drinks in renommierten Cocktailbars.

Der Storm on Earth ist dabei ein Drink, der wirklich eine ganze Menge ausgefallene Ingredienzen und Zubehör aufweist, so dass er definitiv nicht mal eben so nachgemacht werden kann. Glücklicherweise verfüge ich inzwischen jedoch über ein entsprechendes Repertoir an Gerätschaften. Dem Storm on Earth stand also nichts im Wege. Auffälligstes Merkmal ist sicherlich zunächst das wirklich ausgefallene Glas, in dem er serviert wird. Es handelt sich dabei um das „Halm“-Glas der tschechischen Designmarke Jakobsen Design von Mastermind Martin Jakobsen. Dieses Glas ist eine mit einem gläsernen Strohhalmschacht versehene Glassphäre, die als Standfuß einen Silikonstopfen aufweist. So kann das Glas befüllt und anschließend umgedreht werden, ohne das etwas daneben geht. So lassen sich wunderbare Dekorationsideen umsetzen, von denen ich sicher in Zukunft noch einige weitere hier stolz präsentieren werden.

Storm on Earth

Zudem arbeitet der Drink mit dem Rauch von Eichenholz und Zitronenzesten, wofür ich die Smoking Gun benutzt habe, wie im Originalrezept vorgesehen. Eventuell lässt sich das natürlich auch auf anderem Wege realisieren. Ansonsten finden Beeren, Yuzusaft (ein sehr teurer und seltener Saft der japanischen Yuzufrucht, im Notfall durch Limettensaft ersetzbar), mit Eichenholz infundierter Grey Goose Le Citron Wodka und Ingwer-Apfel-Thymian-Sirup, Decanter Bitters, Absinthnebel und Kaffee Bitters Verwendung. Man merkt schon: Hier wird also mächtig aufgefahren!

Erfunden wurde der Storm on Earth von Eddie „Lucky“ Campbell aus dem Parliament in Dallas, Texas. Der Cocktail soll durch seine wilden Beeren, den an BBQ erinnernden Rauch und den eichenbetonten Charakter die typischen Aromen des Bundesstaates Texas repräsentieren. Unabhängig von der Frage, ob der Cocktail dieses Ziel erreicht: Er ist eine bombastische Geschmackserfahrung, die definitiv den Aufwand honoriert. Nichtsdestotrotz ist dieser Drink nichts für mal eben zwischendurch. Dafür aber eine mystische Sphäre voll bahnbrechender Aromen!

Storm on Earth

Rezept (in US-typischen Unzenangaben):

2 oz eicheninfundierter Grey Goose Le Citron (s.u.)
2 Brombeeren
4 Blaubeeren
0,75 oz Yuzusaft (alternativ Limettensaft)
0,75 oz Ingwer-Apfel-Thymian-Sirup (s.u.)
5 Tropfen The Bitter Truth Jerry Thomas‘ Own Decanter Bitters
2 Tropfen Bittermens New Orleans Coffee Bitters
Absinthnebel (ein Stoß Absinth aus einer Sprühflasche)
Eichen-Zitronen-Rauch

Eicheninfundierter Grey Goose Le Citron:

Ein dünnes, ca. 15 cm langes Stück Eichenholz in eine Flasche Grey Goose Le Citron stecken. Nach wenigen Stunden hat das Holz viel von seinem Aroma an den Wodka abgegeben. Ich würde es daher nicht länger als 2 oder 3 Stunden im Wodka belassen.

Ingwer-Apfel-Thymian-Sirup:

Schale von einer Biozitrone, 500 g Apfelwürfel, 4 Zweige frischen Thymian und ein daumengroßes Stück geschälten Ingwer mit 300 ml Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und ca. 10 Minuten ohne Deckel köcheln lassen. Ca. 500 g Zucker einrühren und über Nacht zugedeckt auskühlen lassen. Am nächsten Tag durch ein Passiertuch filtern.

Zubereitung: Zunächst die Beeren mit einem Muddler im Rührglas leicht zerdrücken und dann zusammen mit Grey Goose Le Citron, Yuzusaft, Sirup und Bitters auf Eis kalt rühren. Die Garnitur ins Halmglas geben, Inhalt des Rührglases hinzufügen, mit gestoßenem Eis auffüllen und einen Stoß Absinthnebel aufsprühen. Nun einige Eichenholzchips und einen Teelöffel Zitronenzesten in die Smoking Gun geben (oder alternative Räucherwerkzeuge) und Eichen-Zitronen-Rauch ebenfalls in Halmglas blasen. Mit Silikonstopfen abdichten, Halmglas umdrehen und gläsernen Strohhalm einführen.

Storm on Earth

Storm on Earth

Glas: Halm by Jakobsen Design

Garnitur: Einige Apfelstückchen, Blaubeeren, Zitronenzesten und Thymian

Bezugsquellen: Für diesen Cocktail sind sicherlich mehrere Onlinebestellungen und / oder Besuche im Fachhandel unvermeidbar.

4 thoughts on “Storm on Earth

  1. Bin zufällig über das Video zu diesem Cocktail gestolpert und musste das Glas auch gleich bestellen 😉 Ob ich dann das Rezept so detailgetreu nachbasteln kann, sei dahin gestellt. Aber dir ist das ja super gelungen. Gratulation, sehr schöne Fotos! Beeindruckend. Und gibt es schon weitere Kreationen mit dem coolen Glas?

    • Hallo Andy,

      vielen Dank für Dein Kompliment und herzlichen Glückwunsch zu dem Glas, Du wirst sicherlich Deine Freude daran haben. Ich habe den Kauf jedenfalls bislang nicht bereut. Explizite Rezepte, die auf dieses Glas zugeschnitten sind, findet man momentan noch eher wenige. Ich halte zwar immer wieder danach Ausschau, aber dafür sind die Gläser wohl noch zu wenig verbreitet bzw. werden nur in wenigen, exklusiven Bars verwendet. Aber nichtsdestotrotz werde ich sie in Zukunft weiter verwenden! Ob für bekannte Klassiker oder Neukreationen bleibt abzuwarten. Schau einfach gelegentlich vorbei oder folge dem Block z.B. bei Facebook oder über den RSS-Feed.

      Liebe Grüße,

      Sepo

      • Hi Sepo!

        Dein RSS Feed ist natürlich sofort abonniert und ich habe schon einige Drinks nachgebaut. Obgleich ich bereits über 40 Blogs zum Thema Cocktails+Drinks folge, sticht dein Blog hier wirklich sehr positiv heraus. Nicht nur weil er auf Deutsch ist, hehe 😉

        Hab mir übrigens auch gleich die neuesten Gläser dort geordert, ganz frisch geschlüpft: https://jakobsendesign.com/shop/poly-300-ml/
        Vielleicht nutze ich dann endlich mal meine Smoking Gun, hehe. Denn um ehrlich zu sein, waren meine bisherigen Tests damit eher nicht so der Reißer.. va. weil ich finde, dass zum Rauchgeschmack einfach die Optik dazu kommen muss. Sonst kann ich gleich ein Liquid Smoke oder Islay Whisky rein schütten.

        • Hey Andy,

          Es freut mich natürlich sehr das zu hören. Die neuen Gläser von Jakobsendesign habe ich auch schon entdeckt. Denke, da werde ich auf lange Sicht auch zuschlagen! Und zum Thema Smoking Gun kann ich Dir nur versichern, dass man damit wirklich vorsichtig umgehen muss. Mir persönlich waren sehr viele Ergebnisse auch etwas zu rauchig. Richtig gut klappt es meist, wenn man den Rauch mit sehr starken Aromen kombiniert oder man das Glas nur kurz mit Rauch befüllt.

          Cheers!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *