Eeyore’s Requiem

Eeyore’s Requiem

Der Eeyore’s Requiem ist ein Cocktail ganz nach meinem Geschmack. Er ist klar auf der bitteren Seite beheimatet und stellt einmal mehr eine Spielart des italienischen Klassikers Negroni dar. Doch birgt er eine ungemein höhere Aromenkomplexität, die ich wirklich spannend finde. Zeit, dem Eeyore’s Requiem sein Geheimnis zu entlocken.

Aufmerksam wurde ich auf den Eeyore’s Requiem durch einen Artikel auf der Seite des The Straight Up – Cocktailblogs, wo ich ebenfalls erfuhr, dass der Eeyore’s Requiem von Toby Maloney aus dem Violet Hour in Chicago erfunden worden ist. Mister Maloney setzt in seinem Drink auf einige bewährte Zutaten im klassischen Negroni, wandelt sie aber an entscheidenden Stellen ab, um so eine sehr gelungene Neuinterpretation zu erzielen. Der Ginanteil tritt im Eeyore’s Requiem deutlich in den Hintergrund, so dass der Campari vollends zur Basisspirituose wird, die dann wiederum mit zusätzlichen Bitteraromen von Cynar und Fernet Branca angereichert wird. Als Kontrapunkt setzt Toby Maloney mit dem Dolin Blanc auf einen eher süßen Wermut. Persönlich habe ich den Drink sowohl mit süßem, als auch mit trockenerem Wermut zubereitet und muss sagen, dass er mir persönlich in der trockeneren Variante noch besser schmeckt.

Der amerikanische Durchschnittsgeschmack ist sicherlich etwas süßer als der europäische (nicht umsonst fallen auch zahlreiche Softdrinks in den Vereinigten Staaten deutlich süßer aus als bei uns) und so muss man hier am besten selbst entscheiden, welcher Version man selber eher zusprechen möchte. Für gegenüber bitteren Geschmackskompositionen eher skeptisch eingestellte Naturen mag die süßere Variante eher zu empfehlen sein, auch wenn ich solchen Leuten eigentlich vom kompletten Cocktail abraten wollen würde…

Eeyore (deutsch etwa: Iih-Ah!) ist übrigens der Name des Esels aus Winnie Puuh. Inwiefern dieser Zeichentrickfigur durch diesen Cocktail eine Totenmesse gelesen wird, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Rezept (in US-typischen Unzenangaben):

1,5 oz Campari
0,5 oz Gin
0,25 oz Cynar
0,25 oz Fernet Branca
1 oz Dolin Blanc (alternativ ein trockenerer Wermut, z.B. Lillet Blanc)
15 Tropfen Orange Bitters
3 Orangenzesten

Zubereitung: Alle Zutaten (bis auf die Orangenzesten) in einem Rührglas auf Eis kalt rühren und ins vorgekühlte Cocktailglas abseihen. Zuletzt mit dem Öl der drei Orangenzesten besprühen.

Glas: Cocktailschale

Garnitur: keine

Bezugsquellen: Die meisten Zutaten finden sich bereits in gut sortierten Supermärkten. Im Zweifel im Fachhandel oder online.

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