Aus dem Braukessel: Müllerschoppe Oaris (Oak Aged Russian Imperial Stout)

Oaris

Und schon wieder ein Stout. Um genau zu sein ein Oak Aged Russian Imperial Stout nach englischer Brauart… alles klar soweit? Russisches Bier? Oder doch englisch? Bei einer Bezeichnung wie dieser aus dem Hause Müllerschoppe muss man natürlich schon nach den Hintergründen fragen. Doch hier lässt sich recht schnell Licht ins Dunkel bringen, auch wenn wir dabei auch noch Schottland und Deutschland mit ins Boot nehmen müssen.

Dieses vermeintliche Vierländereck kommt nämlich wie folgt zustande: Das Bier wurde in Deutschland gebraut. Und zwar vom Biersommelier Christian Hans Müller (Hans Müller Sommelierbier GmbH) und Thorsten Schoppe vom Berliner Schoppe Bräu-Unternehmen (daher auch der Name Müllerschoppe). Hinter dem Namen Oaris verbirgt sich schlicht das Akronym der Bezeichnung Oak Aged Russian Imperial Stout. Russisch ist das Oaris deshalb, weil der Braustil des Imperial Stouts, quasi als eine besonders kräftige Abwandlung des klassischen Stouts, ursprünglich als Geschenk für den russischen Zarenhof von Katharina der Großen kreiert wurde. Und zwar in England. Somit haben wir nun also auch den Bogenschlag auf die Insel geschafft. Fehlt nun noch Schottland. Zwar auch auf der Insel Großbritanniens gelegen, aber nicht genuin mit dem Imperial Stout verbunden, verbirgt sich hier eine Besonderheit des Oaris. Es ist nämlich zur zusätzlichen Aromenreifung fassgelagert worden und das gleich doppelt. Zum einen in ehemaligen Fässern, in denen zuvor der Müller Dreistern Sommelierbierbrand reifte, zum anderen in ehemaligen Scotch Whisky-Fässern der Highland-Brennerei Glenmorangie. Wie oft diese zuvor befüllt waren und welcher Whisky aus der Glenmorangiereihe zuvor darin reifte, erfährt man allerdings nicht so leicht.

Oaris

Man merkt aber dennoch: das Oaris Oak Aged Russian Imperial Stout ist etwas Besonderes. Mit seinen 9,5% Alkohol, Perle- und Saphirhopfen und dem sehr auf Röstmalze setzenden Braustil (man sieht auf dem Etikett Gerstenmalz, Weizenmalz und Karamellmalz ausgewiesen) verspricht es eine äußerst aromatische Angelegenheit zu werden.

Verkostung:

In der Nase findet sich zunächst einmal schwarzer Kaffee, vielleicht Espresso und dahinter tatsächlich eine Süße, die irgendwie an Whisky erinnert. Zudem sind Eichentöne von der Fasslagerung spürbar. Dahinter etwas Pumpernickel.

Im Geschmack zu allererst Pumpernickel. Und zwar Pumpernickel mit frischer Butter. Dann wieder eine kräftige und reichhaltige Süße mit etwas Eiche. Schokolade und wieder Kaffee im Abgang. Sehr eindrucksvoll und komplex. Als Freund dieser Brauart gefällt mir das Oaris Oak Aged Russian Imperial Stout sehr gut!

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online erhältlich. Es ist mit etwa 12 bis 14 Euro pro Flasche allerdings nicht ganz günstig, allerdings trinkt man davon ja auch nicht mehrere hintereinander.

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