Chantico’s Chocolate

Chanticos Chocolate

Eine Explosion aus Schokolade, Rauch und Feuer. Bei diesem von mexikanischen Aromen charakterisierten Drink, habe ich mich von einem Klassiker inspirieren lassen: Dem Chocolate Cocktail.

Der Chocolate Cocktail ist ein Klassiker, der in verschiedenen Varianten in verschiedenen Rezeptsammlungen kursiert. Gemeinhin besteht er aus einem Eigelb, Chartreuse Jaune, Portwein und Kakaopulver oder Kakaosirup. Um so überraschender ist es, dass meine Kreation, Chantico’s Chocolate, bis auf das Eigelb keine einzige dieser Zutaten enthält. Dennoch ist er prinzipiell an seinen berühmten Paten angelehnt: Die Rolle der Chartreuse übernimmt hier ein deutlich weniger süßer und mit kräftigen Rauchnoten aufwartender mexikanischer Mezcal. An die Stelle des Portweins tritt der klassische Weinaperitif Dubonnet und das Kakaopulver bzw. der Kakaosirup wird von einem Schuss Creme de Cacao ersetzt. Um dem Drink zusätzliche Tiefe und vor allem etwas Feuer zu verleihen, kommen zwei verschiedene Bitters zum Einsatz: Die wirklich empfehlenswerten Chocolate Bitters aus der The Bitter Truth-Reihe und der Bittermens Hellfire Habanero Shrub, laut Etikett „a hot sauce specifically designed for cocktails and other beverages“. 

Alle Zutaten zusammen ergeben einen seidigen Cocktail mit einer vollen Fracht von exotischen Aromen, die ein wenig die Entstehungsgeschichte des Kakao nachempfinden lassen. Nur mit einem deutlich rauchigen Einschlag. Die Azteken vermischten Wasser, Kakao, Mais, Vanille, Cayennepfeffer und etwas Salz und tranken diese Mixtur im Rahmen heiliger Zeremonien. Zwar konnte sich diese Version in der Alten Welt nicht durchsetzen, aber die Reminiszenz an den namensgebenden Aztekengott Xocóatl ist bis heute geblieben.

Namenspate für meine Abwandlung ist allerdings nicht der Gott Xocóatl, dieser hat sich ja schon im Namen Chocolate verewigt, sondern eine anderen Aztekengottheit: die Vulkan- und Herdfeuergöttin Chantico. Wenn eine Vulkangöttin einen Kakao bestellen würde, ich bin mir sicher, er würde so schmecken wie dieser Cocktail.

Rezept:

1 Eigelb
4 cl rauchiger Mezcal
3 cl Dubonnet rouge
1 cl Creme de Cacao
2 Dashes The Bitter Truth Chocolate Bitters
3 Dashes Bittermens Hellfire Habanero Shrub

Für die Garnitur eine Messerspitze Chili- sowie ungesüßtes Kakaopulver

Zubereitung:

Zunächst Chili- und Kakaopulver im Mischverhältnis 1:5 auf einem kleinen Teller vermischen. Das vorgekühlte Glas am Glasrand befeuchten und durch das Kakao-Chili-Gemisch drehen, so dass ein Kakaochilirand entsteht. Die Zutaten für den Cocktail in einen Shaker geben und auf Eis kräftig für 20 Sekunden schütteln. Anschließend in das Glas vorsichtig abseihen, ohne dabei den Kakaochilirand zu beschädigen.

Wer ganz opulent auftrumpfen möchte, kann den Drink auch in einem aztekisch angehauchten Tiki-Glas servieren und vor dem Servieren etwas Zimt und Sandelholz anzünden und den Rauch unter einem Behälter (etwa einem kleinen Sombrero) sammeln und dem Drink „aufsetzen“. Vor dem Servieren wird dann der Deckel „gelüftet“ und wohlig aromatischer Rauch steigt vom Drink auf. Diesen Trick habe ich im Artesian im Londoner Langham-Hotel kennengelernt (angeblich die zur Zeit beste Bar der Welt). Er macht eine Menge her, ist aber natürlich nicht nötig, da das Ganze ja auch zusätzliche Arbeit macht. Zum Drink passen tut es jedoch allemal.

Glas: Coupette (oder Tiki-Glas, in letzterem Fall auf Eis servieren)

Garnitur: Kakaochilirand (und ggf. aromatischer Zimt-Sandelholz-Rauch)

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