The Pirates‘ Julep

Pirate's Julep

Diesen Drink habe ich dem sehr empfehlenswerten Cocktailband „Cocktailian – Das Handbuch der Bar“ entnommen und er stellt eine ungewöhnliche Form des Juleps dar. Eine ungewöhnlich gute! 
Juleps sind an sich so etwas wie die Urgroßväter der Cocktailkultur, die bereits im 18. Jahrhundert in den Südstaaten der USA populär wurden. Mit ihrer minzigen, erfrischenden Note wurden sie vor allem morgens gereicht, was ich heute allerdings definitiv nicht mehr wirklich empfehlen würde. Das Wort „Julep“ geht übrigens ursprünglich auf den arabischen Begriff Julab zurück, welcher eine Art gesüßtes Rosenwasser bezeichnet. Während nun klassisch vor allem der Mint- bzw. der Whiskey Julep zu Berühmtheit gelangte, ist diese Variante eine moderne Interpretation der Cocktailianautoren Helmut Adam, Jens Hasenbein und Bastian Heuser.

Die Basisspirituose des Drinks bildet ein guter Demerara Rum (man kann auch einen anderen guten Rum nehmen). Man sollte hier auf ein qualitativ hochwertiges Produkt zurückgreifen, da der Julep ein Cocktail ist, der den Eigengeschmack der Basisspirituose sehr stark in den Vordergrund stellt bzw. ihn nur subtil verändert. Hinzu kommt etwas Falernum, ein nicht immer einfach zu bekommender karibischer Rumsirup (manchmal auch Siruplikör) auf der Basis von Limetten und weihnachtlichen Gewürzen wie Nelken, Mandeln, Ingwer u.ä. Wer einen gut sortierten Wein- und Spirituosenhändler in seiner Nähe hat, der hat vielleicht Glück. Für alle anderen bleibt die Onlinebestellmöglichkeit. Zusammen mit der feinen Komplexität des Angostura Bitters und natürlich der für einen Julep notorischen Minze ergibt sich ein herrlich erfrischender Rumcocktail, der mit seinen ausgewogenen Aromen irgendwo zwischen Frische und einem breiten Gewürzspektrum angesiedelt ist. Die Cocktailianautoren beschreiben den Trinkgenuß so, als habe man quasi seine eigene Schatzinsel gefunden. Dem kann ich mich nur anschließen!

Rezept:

6cl brauner Demerara Rum (Eigenanmerkung: es funktioniert auch wunderbar mit einem anderen, hochwertigen Rum, den man gerne mag)
1cl Falernum
2 Dashes Angostura Bitters
Minze

Zubereitung: 

Die Minze zunächst zwischen den Handflächen einmal „anklatschen“ (das setzt die duftenden Öle der Minzblätter frei) und anschließend mit den restlichen Zutaten in ein vorgekühltes Glas oder einen Julepbecher geben. Bei gelegentlichem Umrühren sollte das Ganze nun etwa 5 Minuten ziehen. Um die Minzaromen noch etwas zu verstärken, empfiehlt es sich, wenn man sie währenddessen ab und an vorsichtig mit dem Barlöffel andrückt. Nun soll laut Originalrezept die Minze herausgenommen werden (ich lasse sie gerne drin, weil ich finde, dass es den Drink nicht „verbittert“, wie manche meinen, sondern die Minznote noch etwas verstärkt; ist aber sicherlich Geschmackssache) und das Glas bzw. der Becher mit gestoßenem Eis aufgefüllt und gerührt werden. Wenn Glas oder Becher vor Kälte beschlagen, ist der Drink quasi fertig. Noch etwas gestoßenes Eis darauf und mit Minze garnieren. Wenn man ihn nun zum Mund führt, strömt der Duft der Minzblätter bereits in die Nase und man erfreut sich schon vor dem ersten Schluck. Ob Augenklappe, Papagei und Co den Genuss irgendwie beeinflussen würden, muss ich bezeiten noch genauer eruieren.

2 thoughts on “The Pirates‘ Julep

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