Brazilian Mule

Brazilian Mule

Der heutige Drink ist einer dieser Cocktails, die prinzipiell das Zeug zum Massenliebling haben. Er ist nicht besonders kompliziert, setzt auf (inzwischen) allgemein bekannte Zutaten, ist ein wenig mehr auf der süßen Seite beheimatet und setzt zudem auch auf definitiv sehr verbreitete Geschmäcker. Also höchste Zeit, mal einen Blick ins Glas zu werfen.

Der Brazilian Mule ist ein Drink, dessen Rezept aus der Feder von Charles Vexenat stammt, einem ursprünglich aus dem französischen Dijon nach London gezogenen Bartender. Besonders in der Londoner Bar The Lonsdale hat er sich einen Namen gemacht und wurde 2008 bei den „Tales of the Cocktail-Awards“ als Mixologe des Jahres ausgezeichnet. Inzwischen hat er aber seine neue Wahlheimat auf Ibiza gefunden. Mit dem Brazilian Mule gelingt Vexenat eine sehr interessante und – wie eingangs erwähnt – eingängige Geschmacksinnovation, die natürlich nicht nur dem Namen nach an den weltberühmten Moscow Mule angelehnt ist. Brasilianisch wird das russische Maultier hier allerdings durch die Verwendung von Cachaça, einer Spirituose, die hierzulande meist nur mit der Caipirinha assoziiert wird. Eigentlich sehr schade, denn beim Cachaça gibt es eine ganze Menge Vielfalt und Qualitätsunterschiede, die allerdings auf dem deutschen Markt sich nicht wirklich in einer breiten Angebotspallette niederschlagen. Man ist halt eher zufrieden mit dem, was man hat, da ja auch ohnehin niemand so richtig weiß, was man damit anfangen kann. Schade.

Cachaça unterscheidet sich von Rum im Wesentlichen dadurch, dass er auf Basis von frisch geerntetem Zuckerrohr hergestellt wird (im Vergleich zum meist aus Zuckerrohrmelasse hergestellten Rum). Er ist also eigentlich näher mit dem Rhum Agricole verwandt, wie er z.B. im Ti’ Punch verwendet wird.

Zu Cachaça gesellen sich im Brazilian Mule natürlich das Ingwerbier (welches in Deutschland natürlich nicht so heißen darf, das Reinheitsgebot lässt grüßen), Vanillesirup, Apfelsaft (frisch hergestellter ist unschlagbar in diesem Cocktail!), etwas Limettensaft und Tiefe verleihende Angostura Bitters. Geschmacklich eine frisch-fruchtig-süße Sache, die als Longdrink gerade in Frühling und Sommer einiges hermacht!

Rezept:

5 cl Cachaça
5 cl Apfelsaft (am besten frisch entsaftet)
2 cl Limettensaft
1 cl Vanillesirup (gekauft oder selbst hergestellt)
3 Dashes Angostura Bitters
Ginger Beer

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf das Ginger Beer im Shaker kräftig auf Eis schütteln und anschließend ins mit Eiswürfeln gefüllte Glas abseihen. Mit Ginger Beer aufgießen.

Glas: Highball

Garnitur: Apfelspalten und Zimt (ich habe eine Zimtstange genommen, mit der man auch gleich ein wenig im Drink herumrühren kann, wenn man mag).

Bezugsquellen: Alle Zutaten finden sich mit Glück in gut sortierten Supermärkten.

2 thoughts on “Brazilian Mule

  1. Apfelsaft und Cachaca harmonieren wirklich hervorragend… wobei ich den Namen des Drinks nicht ganz passend finde – ist aus meiner Sicht eher ein Autumn oder fast Christmas Mule 😉

    Wieviel Gingerbeer hattest du denn noch Platz in deinem Glas? Das Volumen von Highballgläsern kann ja doch stark variieren.

    • Zugegeben, an Herbst- und Winteraromen fühlte ich mich beim Trinken des Cocktails tatsächlich auch ein wenig erinnert, aber vermutlich hat Herr Vexenat bei der Namensgebung einfach mal nur schlicht auf die Leitspirituose geschielt. Ich würde schätzen, dass es vielleicht 3 bis 4 cl Gingerbeer waren, die am Ende noch reingingen. Das Glas ist jedenfalls das Highball Glas aus der Spiegelauf Perfect Serve Collection, insofern variiert das wohl tatsächlich, wenn man ein anderes Glas verwendet. Aber das ist bei Highballs ja oft so, dass man da mit plus/minus 1-2 cl kalkulieren kann.

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