Die Milch macht’s – The Milk of Obàtálá

Heute möchte ich noch ein weiteres Rezept nachlegen. Erst im letzten Artikel über den Cherry Blossom Milk Punch habe ich erstmalig einen Cocktail aus der Kategorie der Milk Punches hier im Blog vorgestellt und war hellauf begeistert vom Ergebnis dieser Zubereitungsmethode. Und nun will ich noch ein weiteres Rezept präsentieren, mit welchem ich jüngst auf viel Lob und Zuspruch stieß als ich es Freunden serviert habe. Dabei ist es ein Rezept, das von einem alten Bekannten inspiriert ist.

Was genau Milk Punches sind und wie die Herstellung im Wesentlichen funktioniert, habe ich bereits im Zuge des Cherry Blossom Milk Punch-Artikels erklärt und beschrieben, weshalb ich auch an dieser Stelle auf diesen verweisen möchte. Es besteht jedoch kein Zwang, diesen zuerst zu lesen, auch mit Hilfe der unten aufgeführten Beschreibung lässt sich der heutige Cocktail problemlos herstellen.

Die Idee kam mir durch einen Cocktail, den ich bereits vor längerer Zeit hier im Blog einmal beschrieben habe: den Negron. Wohlgemerkt den Negron und nicht den Negroni. Wie im entsprechenden Artikel nachzulesen ist, geht der Negron auf die kubanische Santería-Religion zurück, wo einem ganz ähnlichen Cocktail kultische Bedeutung beigemessen wird.  Inspiriert von jenem großartigen Zusammenspiel von Rum und würzigem (Thai)-Basilikum (in Ermangelung der Verfügbarkeit von kubanischem Basilikum), wollte ich diesmal ein wenig weiter gehen und einen komplexen, aber durchaus etwas anders gelagerten Drink kreieren. Dafür habe ich By the Dutch Batavia Arrack, haitianischen Clairin Sajous, kubanischen weißen Rum, Thai-Basilikum, flüssigen Honig, Limettensaft und Kokoswasser miteinander verbunden und in der Milk-Punch-Methode filtriert. Das Ergebnis ist himmlisch: Ein vielschichtig würziger Drink mit mildem Charakter, der sowohl als tiki’esker (und durchaus potenter) Drink genossen werden kann, aber auch als Digestif-Shortdrink nach karibischem (oder asiatischem) Essen eine gute Figur abgibt. In Anerkennung des ideengebenden Negrons habe ich ihn nach der Santería-Schöpfergottheit Obatala benannt, welcher passenderweise bei der Schöpfung der Menschheit sogar betrunken gewesen sein soll: The Milk of Obàtálá.

Rezept „The Milk of Obàtálá“:

6 cl kubanischer weißer Rum
3,5 cl Batavia Arrack
2 cl Clairin Sajous
3,5 cl Thai-Basilikum-Sirup (s.u.)
3 cl Limettensaft
3,5 cl Kokoswasser
1 Barlöffel flüssiger Waldhonig

6-7 cl kalte Vollmilch (keine fettreduzierte Milch benutzen!)

Thai-Basilikum-Sirup: Zunächst in einem Mörser Zucker mit einer in etwa gleichen Menge frischen Thai-Basilikumblättern sowie einer mit einem Sparschäler abgenommenen Limettenzeste mit dem Stößel bearbeiten, bis ein grünlich gefärbter Kräuterzucker entstanden ist. Anschließend mit kochend heißem Wasser im Verhältnis 1:1 in einer Pfanne vermischen und ein wenig einkochen lassen. Zuletzt fertigen Sirup durch ein Feinsieb in einen luftdicht verschließbaren Behälter füllen und kalt stellen.

Zubereitung: Zunächst alle Zutaten bis auf die Vollmilch in einem Rührglas ohne Eis (!) verrühren. Anschließend die Milch in ein weiteres Glas geben und den Inhalt des Rührglases auf die Milch gießen. Mit dem Barlöffel für ca. 30 Sekunden rühren, die Milch sollte nun bereits fein ausflocken. Das Ganze etwa 30 bis 60 Minuten stehen lassen. Dann einen Kaffeefilter auf ein Feinsieb setzen und das Milch-Cocktail-Gemisch hineingießen und die transparente Flüssigkeit, die unten heraustropft, in einem Behälter auffangen. Dieser Prozess kann nun eine Weile dauern, doch schließlich erhält man den fertigen, nun transparenten Cocktail. Diesen anschließend kalt stellen.

Glas: gläserner Tiki-Mug oder S.O.F.-Tumbler (je nach Darreichungskontext)

Garnitur: Basilikumblüte

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

One thought on “Die Milch macht’s – The Milk of Obàtálá

  1. Wow, der sieht mal nicht nur gut aus, der klingt auch extrem krass! Wenn ich mal am Wochenende etwas Zeit habe, werde ich das auf jeden Fall ausprobieren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.