Shiragiku Yuzu & Sake-Raspberry-Tonic

Das Leben hat mich in den letzten Tagen mit diversen Dingen voll in Anspruch genommen und so ist seit dem letzten Artikel etwas mehr Zeit ins Land gezogen als üblich. Trotzdem bzw. gerade deshalb ist es natürlich umso schöner, mit einem herrlichen Drink zurückzukehren und ein wenig die geschmacklichen Möglichkeiten eines hinter der Bar leider eher unterrepräsentierten Getränks auszuloten: Sake. (zugesandtes Testprodukt)*

Zugegeben, so richtig traditionell geht es heute nicht zu, denn es handelt sich nicht wirklich um einen Sake , der heute – pur wie auch im Cocktail – die Hauptrolle spielt. Der Shiragiku Yuzu ist ein japanischer Likör auf Sakebasis (anders als der Choya Yuzu). Er wird von der Shiragiku Brauerei in Ibaraki in Japan hergestellt und besteht im Wesentlichen neben Sake aus dem Saft der heiß begehrten Yuzu-Frucht, zusätzlichem Braualkohol wie es bei Sakesorten üblich ist, die nicht der Kategorie Junmai zuzuordnen sind, sowie Apfelsaft und Fructose. (Für weitere Informationen zum Thema Sake – unter anderem auch den unterschiedlichen Kategorien – möchte ich gerne auf meine Artikel über den Gekkeikan Nouvelle Tokubetsu Honjozo Sake sowie den Yoshinogawa Ginjo Gokujo verweisen.)

Der Shiragiku Yuzu-Likör tritt an, die spezifische Charakteristik der Yuzu-Frucht besonders in den Vordergrund zu stellen, aber natürlich schielt man hier mit mehr als einem Auge auch auf die Möglichkeiten hinter der Bar. Mit „nur“ 8% vol. haben wir es hier zudem mit einem sehr leichten Getränk zu tun, das verglichen mit den meisten Spirituosen entsprechend andere Verwendungsmöglichkeiten bereithält.

Da keine Färbemittel zugeben wurden, erkennen wir bereits die Zugabe von Fruchtsäften an der schönen, gelblichen Farbe des Shiragiku Yuzu. Wie bereits auch schon an anderer Stelle hier im Blog erklärt, ist die Yuzu (ユズ), wie die Zitruspflanzen, eine Pflanzenart aus der Familie der Rautengewächse und letztlich als Hybrid verschiedener anderer Pflanzen entstanden. Das Aroma ist komplexer als das gewöhnlicher Zitruspflanzen und wird daher auch gern in der gehobenen Küche verwendet. In Japan wird Yuzu auch mit Salz und (Chili-)Pfeffer in einem Gewürz namens Yuzukoshō (柚子胡椒) verarbeitet.

Wie schlägt sich nun der Shiragiku Yuzu in der Purverkostung?

Tasting Notes:

Aroma: Ein überaus intensiver, frisch-würziger und voll-aromatischer Duft steigt einem in die Nase, sobald man sie über das Glas bewegt. Hier zeigt sich direkt, was der Shiragiku Yuzu kann: Das Yuzuaroma ist sehr gelungen und gekonnt aufgefangen, wer den puren Saft kennt, findet ihn hier sofort wieder. Aber darunter findet sich auch eine erdige, filigrane Note, die ich der Sakebasis zuschreibe. Sehr interessant und in sich vielschichtig.

Geschmack: Der Shiragiku Yuzu fällt keinesfalls zu süß aus. Die Yuzufrucht wird auch am Gaumen sehr schön zur Geltung gebracht und überzeugt mit ihren würzig-erfrischenden Tönen. Dazu kommen eine feine Süße, erdige und florale Töne und Assoziationen von Kokosblütenzucker. Der Alkohol ist nicht zu bemerken.

Abgang: leicht, fruchtig-frisch und eher kurz.

Als Cocktail habe ich mich heute für einen Longdrink / Highball entschieden (in Zeiten von Jörg Meyers Highball-Bars muss man mit dem Highball-Begriff ja eigentlich sehr sensibel umgehen, ich verwende ihn hier weiterhin etwas großzügig bzw. nicht ganz trennscharf zum Longdrink, möge Herr Meyer gnädig mit mir sein und keine Basilikumstängel nach mir werfen). Und zwar im Grunde eine abgewandelte Variante eines Sake & Tonic, der sich als leichte alternative zum Gin & Tonic durchaus anbietet. Aufgewertet mit dem würzig-frischen und erdigen Aroma des Shiragiku Yuzu, frischen Himbeeren und etwas Himbeergeist (ich habe F. Meyers Eau-de-Vie de Framboise verwendet), erhält man einen schönen, nicht zu starken, aber dennoch sehr erfrischenden Drink. Das schön trockene Tonic Water aus der Red Bull Organics-Serie funktioniert hier ganz wunderbar, aber auch andere, klassische Tonics sind hier gut vorstellbar.

Rezept „Sake-Raspberry-Tonic“:

5 cl Shiragiku Yuzu
2 cl Himbeergeist (z.B. F. Meyer Eau-de-Vie de Framboise)
6 Himbeeren
Tonic Water

Zubereitung: Die Himbeeren mit dem Muddler im Shaker zerdrücken, Shiragiku Yuzu und Himbeergeist zufügen und kräftig auf Eis schütteln. Anschließend doppelt ins mit Eis gefüllte Highball-/Longdrinkglas abseihen und mit Tonic Water aufgießen.

Glas: Highball/Longdrink

Garnitur: frische Himbeeren

Bezugsquellen: Der Shiragiku Yuzu ist beim Berliner Sake Kontor erhältlich.

*Der Umstand, dass mir dieses Produkt zu redaktionellen Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden ist, bedeutet nicht, dass in irgendeiner Weise Einfluss auf den Artikelinhalt oder meine Bewertung genommen wurde. Vielmehr ist es für mich stets unverrückbare Bedingung, völlig frei und unbeeinflusst rezensieren zu können.

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