Schmeckt ja wie ein Tannenzapfen!

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Der heutige Cocktail ist ein Drink, dessen Rezept aus meiner eigenen Feder stammt und dessen Idee sehr stark mit einem Urlaubserlebnis zusammenhängt, welches sich im letzten Jahr ereignet hat. Eine entscheidende Zutat, um dieses Vorhaben realisieren zu können, ist hier der Fichtensprossengeist von Florian Faudes „Faude Feine Brände“, der dem Cocktail den entscheidenden Twist in die gewünschte Richtung gibt. Ich muss allerdings warnen: Es ist sicherlich kein Drink für jedermann.

Doch der Reihe nach. Das besagte Urlaubserlebnis ereignete sich im niederländischen Groningen, wo mein Schwiegervater in einer sehr urigen und vor allem mit einer üppigen Bierkarte ausgestatteten Schenke namens „De Pintelier“ ein IPA bestellte. Man muss dazu sagen, dass er – wie die meisten männlichen Vertreter seiner Generation, vor allem hier im Pils-verbundenen Ruhrgebiet – zuvor keine nennenswerten Berührungen mit dem hatte, was man gemeinhin Craft Beer nennt. Vielleicht erinnert sich ja manch einer ebenfalls noch genau an die erste Erfahrung mit einem derart stark gehopften Bier. Die Reaktion meines Schwiegervaters ist mir jedenfalls noch genau in Erinnerung geblieben:

„Schmeckt ja wie ein Tannenzapfen!“

Zu seiner Verteidigung und Ehrrettung sei durchaus angemerkt, dass wider Erwarten er den ganzen Abend über bei diesem Biertyp blieb und, obwohl die Begeisterung zunächst eher mäßig ausfiel, danach erneut ein IPA bestellt wurde. Leider weiß ich nicht mehr genau, um welches IPA es sich genau dabei handelte, aber während für mich vor allem die fruchtig-herben Grapefruittöne im Vordergrund standen, war ich einigermaßen fasziniert von der Erstassoziation mit Tannenzapfen. Aber es brachte mich auf die Idee, einen Drink mit IPA auszuprobieren, der genau diese Programmatik auffangen sollte: Tannenzapfen, Wald und herbe Frische.

Ich musste nicht lange überlegen und entschied mich für eine großzügig interpretierte Tom Collinsvariante. Statt Soda griff ich auf IPA zurück, dem Gin stellte ich Faude Feine Brände Fichtensprossengeist zur Seite. Beim Gin habe ich mich für einen Gin entschieden, der nicht mit dem Wacholder geizt, aber auch nicht zu stark damit aufwartet. Der jüngst vorgestellte Breaks Gin war daher eine gute Wahl. Eine der Hauptschwierigkeiten beim Komponieren dieses Cocktails war es, die Sache mit dem Wald und den Tannenaromen nicht zu übertreiben, denn sonst mag das ja nun wirklich niemand mehr trinken. Andererseits sollte es aber doch unverkennbar die Richtung des Cocktails vorgeben. Dazu habe ich einen selbstgemachten Rosmarinsirup eingesetzt (bei dem sich leider noch einige Rosmarinstückchen in den Drink geschlichen haben – s. Foto -, ich werde hier in Zukunft doppelt abseihen). Der Sirup ist dabei nicht zu intensiv konzipiert, verleiht dem Drink aber zusätzlich zu Wacholder und Fichtensprosse das gewisse Etwas. Die Balance aus Zitronensaft und Zucker hingegen macht den Drink durchaus frisch und spritzig und das IPA harmoniert wirklich hervorragend im Cocktail. Ich habe ein Hopfmeister Road Trip IPA verwendet.

Blieb noch die Sache mit dem Namen. Die Abwandlung des klassischen Tom Collins ist definitiv groß genug, um dem Drink einen eigenen Namen zu verpassen. Lange überlegen musste ich jedenfalls nicht, deshalb habe ich den Cocktail einfach ganz trivial nach der Aussage benannt, die sowohl seine geschmackliche Richtung als auch seine Entstehung beschreibt: Schmeckt ja wie ein Tannenzapfen!

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Rezept:

4 cl Gin (ich habe den Breaks Gin verwendet)
1,5 cl Faude Feine Brände Fichtensprossengeist
3 cl Zitronensaft
2 cl Rosmarinsirup (s.u.)
India Pale Ale

Rosmarinsirup: Auf 600 ml Wasser und 600 g Zucker die Rosmarinnadeln von 6 Rosmarinzweigen geben. Alles zusammen unter Rühren aufkochen und bei schwacher Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen. Anschließend durch ein feines Sieb in eine sterilisierte Flasche füllen.

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf das IPA auf Eis im Shaker schütteln. Dann ins mit frischen Eiswürfeln gefüllte Glas abseihen und mit IPA toppen.

Glas: Highball/Collinsglas

Garnitur: Rosmarinzweig (man kann natürlich auch einen Tannenzapfen neben das Glas legen. Davon, einen solchen auf den Drink zu legen, würde ich jedoch lieber Abstand nehmen.)

Bezugsquellen: Im Fachhandel oder online

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