Planter’s Punch

Planter's Punch

Der Planter‘s Punch… allein der Klang des Namens dürfte jedem klar machen, dass es irgendwie um Cocktails geht. Die meisten haben zumindest von ihm gehört, viele haben auch schon einen getrunken, wenn auch möglicherweise in dubioser Darreichungsform. Denn der Planter’s Punch ist vor allem eines: Schon fast mehr eine eigene Cocktailkategorie als ein einzelner Drink.

Und das hat seine Gründe! Bis heute gibt es keine allgemein anerkannte Grundrezeptur oder –fassung des Planter’s Punch Cocktail. Die älteste schriftliche Erwähnung dieses Drinks geht auf eine Londoner Wochenzeitschrift aus dem Jahre 1878 zurück. Es gilt als relativ wahrscheinlich, dass er im Zusammenhang mit den Plantagenarbeiten der südlichen Vereinigten Staaten und der Karibikländer entstanden ist, wie bereits der Name vermuten lässt (Planter = Pflanzer oder Plantagenarbeiter). Der (meist jamaikanische) Rum, der in eigentlich jeder Version des Cocktails vorkommt, weist ebenfalls in diese Richtung. Doch hier endet auch schon fast der verlässliche Boden.

Über die Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte sind unzählige Versionen entstanden, die z.T. deutlich vom ursprünglichen Prinzip des Punches oder Punsches abweichen. Ob Punches nun ursprünglich aus Indien stammen (Hindi „pantsch“ = „fünf“ – für eine Anzahl an Zutaten von in Indien beliebten Teemischgetränken), welche Zutaten nun enthalten sein müssen und welche nicht hinein dürfen, das alles will ich gar nicht groß thematisieren. Früher oder später setzte sich jedenfalls in der amerikanischen Cocktailkultur für den Punch ein bekannter Leitsatz durch, der auf die Zubereitung und die Proportionierung von Zutaten verweist: „One of Sour, Two of Sweet, Three of Strong, Four of Weak“.

Ob man sich nun akribisch daran orientieren will oder nicht, spielt aber auch hier nicht die entscheidende Rolle, denn bei einem Cocktail, der so offen interpretiert wird, sollte man einfach auf den Geschmack des Endergebnisses schauen. Zu besonderem Ruhm sind zwei Varianten gelangt, die sich zum einen sehr nah an den ursprünglichen Cocktailpunches des 19. Jahrhunderts orientieren und zum anderen auf den berühmtem Tiki-Bartender Victor Bergeron alias Trader Vic zurückgehen.

Meine Version des Planters‘ Punch orientiert sich eigentlich im Wesentlichen eher an der klassischen Rezeptur, greift aber den Grenadine aus Trader Vics Rezept auf, welches ich der Vollständigkeit halber auch unten aufführe. Da ich allerdings so gut wie nie das Bedürfnis verspüre, einen Drink mit 9 cl Rum zu trinken, sei diese Version nur wild Entschlossenen empfohlen! Von Varianten, die sogar Ananassaft und andere Tropensäfte in den Drink geben, nehme ich lieber ein wenig Abstand.

Planter's Punch

Rezept:

Planter’s Punch

6 cl Jamaikanischer Rum
4 cl Limettensaft
2 cl Grenadine
1 Dash Angostura Bitters
1 Dash Peychaud Bitters
Sodawasser

Zubereitung: Alle Zutaten mit Ausnahme des Sodawassers auf Eis kräftig schütteln und in ein mit gestoßenem Eis gefülltes Glas abseihen. Letztendlich mit Sodawasser toppen.

Glas: Highball

Garnitur: einige Früchte der Saison (keinen Obstsalat anrichten, lieber dezent garnieren!) und etwas geriebenen Muskatnuss.

Trader Vics Planter’s Punch

9 cl Jamaikanischer Rum
1,5 cl Grenadine
1 cl Zuckersirup
3 cl Limettensaft
1,5 cl Zitronensaft
Sodawasser

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf das Sodawasser auf Eis schütteln und in ein mit gestoßenem Eis gefülltes Glas abseihen. Zuletzt mit Sodawasser aufspritzen.

Glas: Highball

Garnitur: keine

Bezugsquellen: Bis auf die Peychaud Bitters sollten die Zutaten im gut sortierten Supermarkt finden lassen. Es kann ein Gang in ein Spirituosenfachgeschäft jedoch ratsam sein. Es lohnt sich absolut, Grenadine selber herzustellen; z.B. nach diesem Rezept:

Einen Teil frischen Granatapfelsaft bis kurz unter dem Siedepunkt erhitzen und 1,2 Teile Zucker hinzugeben. Rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat, danach abkühlen lassen.

4 thoughts on “Planter’s Punch

  1. Wirklich wunderschöne Photos. Wie kommst du auf die Garnituren für dein Cocktails? Das sieht in meinen Augen schon sehr professionell aus.

  2. Bis heute legendär wurde 1939 „Vom Winde verweht“ mit zehn Oskars ausgezeichnet und ist heute das kommerziell erfolgreichste Werk der Filmgeschichte. Dabei wird der Drink Planter`s Punch durch Rhett Butler und Scarlett O`Hara zum absoluten Cocktail-Klassiker gekürt. Er stammt von den Zuckerplantagen Jamaikas und wird Frank Meyers zugeschrieben, der dort Ende des 18. Jahrhunderts eine Rumbrennerei gründete.

  3. Lieber Edgar,

    vielen Dank für das Kompliment. Bei den Garnituren lasse ich mich tatsächlich auch nicht unerheblich von Eindrücken leiten, die ich bei Profis in verschiedenen Bars gesehen habe. Zudem kommt das auch ein bisschen von allein im Zuge der Beschäftigung mit Foodfotografie. Man entwickelt tatsächlich irgendwie „ein Auge“ für sowas. Es freut mich aber ungemein, dass Dir das Bild und die Garnitur gefällt. Das kleine grüne Schiffchen habe ich übrigens auf einem Marktstand für Dekorationsgegenstände aus exotischen Naturmaterialien erstanden. Dort erhielt man jede Menge Muscheln, Schalen, getrocknete Früchte usw. Eine echte Fundgrube. Auf Wochenmärkten kann man solche Stände manchmal entdecken.

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